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Wirtschaftliche Lage
Konjunkturschwäche wirkt sich negativ auf Werbebranche aus
Für die ProSiebenSat.1-Gruppe war 2002 insgesamt ein unbefriedigendes Geschäftsjahr. Wie kaum eine andere Branche in Deutschland hat die Werbeindustrie unter dem geringen Wirtschaftswachstum gelitten. Nach ersten offiziellen Angaben des Statistischen Bundesamtes stagnierte das reale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts 2002 bei 0,2 Prozent. Das ist der geringste Zuwachs seit 1993. Schon 2001 war die deutsche Wirtschaft nur noch um 0,6 Prozent gewachsen. Auch dieser Zuwachs lag deutlich unter dem Wachstumsdurchschnitt der vergangenen zehn Jahre von 1,3 Prozent. Von diesem negativen Trend konnte sich die Werbewirtschaft nicht abkoppeln. Im Gegenteil: Angesichts von Wirtschaftsflaute, Branchenkrisen und Börsen-Baisse hat vor allem der Rückgang der Binnennachfrage das Werbemarktklima im Jahr 2002 nachhaltig beeinflusst und zum bisherigen Tiefpunkt in der fast 20-jährigen Geschichte des deutschen Privatfernsehens geführt.
Fernsehwerbemarkt 2002 um acht bis zehn Prozent unter Vorjahr
Wie groß das Minus im deutschen Werbemarkt tatsächlich ausgefallen ist, lässt sich zum heutigen Zeitpunkt nicht beziffern. Erst im Mai 2003 wird der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft [ZAW] Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft e.V. in Bonn. Als Zusammenschluss von Verbänden, deren Mitglieder Wirtschaftswerbung betreiben, führt die ZAW die Interessen der Werbewirtschaft zusammen, vertritt sie nach außen und stellt jährlich die Netto-Werbeinvestitionen aller Mediengattungen und Werbeträger fest. Der Verband widmet sich allen Angelegenheiten der Wirtschaftswerbung mit der Intention, staatliche Werberegelungen entbehrlich zu machen. die Nettowerbeerlöse der Fernsehsender veröffentlichen. Sie beruhen auf den freiwilligen Angaben der Sender und geben die Werbeerlöse vor Skonti und nach Abzug von Agenturprovisionen und Rabatten an. Für die gesamte Werbewirtschaft rechnet das Prognos-Institut nach einer Studie mit einem Rückgang der Werbeausgaben um rund 7,4 Prozent. Angesichts der deutlich abgekühlten Konjunktur erwartet die ProSiebenSat.1-Gruppe für den deutschen Fernsehwerbemarkt einen Rückgang von acht bis zehn Prozent. Damit fällt das Jahr 2002 nochmals schlechter aus als 2001, das einen Rückgang von 7,3 Prozent verzeichnete. Damit sind die Netto-Investitionen Die Netto-Werbeinvestitionen stellen die effektiven Umsätze der Medien dar. Sie werden vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft e.V. [ZAW] jährlich im Mai veröffentlicht und beruhen auf Eigenangaben der Sender. Um die Netto-Werbeinvestitionen auszuweisen, werden von den Brutto-Werbeinvestitionen Agenturprovisionen sowie volumenabhängige Kundenrabatte abgezogen. in Fernsehwerbung zum ersten Mal in Deutschland in zwei aufeinander folgenden Jahren gesunken. Der Fernsehwerbemarkt dürfte seit dem Rekordjahr 2000 insgesamt um 600 bis 700 Mio Euro geschrumpft sein und sich heute unter dem Niveau von 1998 bewegen.
Fernsehen entwickelt sich mit dem Gesamtmarkt
Auch auf Basis der Brutto-Werbeinvestitionen Als Brutto-Werbeinvestitionen bezeichnet man Aufwendungen der Werbungtreibenden für die Werbeschaltung inklusive Agenturprovisionen und Kundenrabatte. Produktionskosten sind nicht enthalten. Die Brutto-Werbeinvestitionen werden in Deutschland von der A.C. Nielsen Werbeforschung erhoben und errechnen sich aus der Anzahl der platzierten Spots, multipliziert mit den jeweiligen Listenpreisen für die Schaltung. wiesen so gut wie alle Mediengattungen Rückgänge aus. Die Bruttowerte lassen jedoch nur bedingt Rückschlüsse auf die tatsächlichen Werbeeinnahmen zu, da sie sowohl Rabatte als auch Eigenwerbungen und Agenturprovisionen beinhalten. Der Gesamtmarkt verzeichnete danach ein Minus von 4,1 Prozent im Vergleich zu 2001. Mit einem Minus von 7,2 Prozent verzeichneten die Publikumszeitschriften den höchsten Verlust aller Mediengattungen. Mit einem Rückgang von 4,2 Prozent hat sich das Fernsehgeschäft geringfügig schlechter als der Gesamtmarkt entwickelt. Unter den klassischen Medien erzielte das Fernsehen mit 7,2 Mrd Euro mit Abstand die höchsten Brutto-Werbeumsätze. 43,6 Prozent der gesamten Brutto-Werbeinvestitionen flossen 2002 in die Fernsehwerbung. Das entspricht einem Minus von 0,1 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.
ProSiebenSat.1-Gruppe festigt Position im Werbemarkt
Mit einem Brutto-Werbemarktanteil von 45,4 Prozent konnten die Sender der ProSiebenSat.1-Gruppe trotz der gesunkenen Nachfrage nach Fernsehwerbung ihre führende Position im Fernsehwerbemarkt behaupten. Obwohl sich der gemeinsame Marktanteil von ProSieben, Sat.1 und Kabel 1 im Gesamtjahr 2002 in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer von 30,1 Prozent auf 28,1 Prozent verringerte, konnten die Marktanteilseinbußen in der Vermarktung fast vollständig kompensiert werden. Darin zeigt sich die gute Verkaufsleistung der SevenOne Media, des Vermarktungsunternehmens der ProSiebenSat.1-Gruppe. Die gemeinsam von der IP Deutschland vermarkteten Sender RTL, RTL II, Vox und Super RTL erreichten einen Werbemarktanteil von 41,9 Prozent und lagen damit auf Rang zwei.


 
 
Insgesamt musste der Fernsehwerbemarkt 2002 im Vergleich zum Vorjahr Umsatzeinbußen in Höhe von brutto knapp 320 Mio Euro hinnehmen. Vor allem der Bereich Handel & Versand [-27,3%] sowie die Segmente Finanzen [-17,2%] und Telekommunikation [-22,4%] reduzierten die Investitionen in Fernsehwerbung. Eine Senkung der TV-Werbeausgaben verzeichneten auch die wichtigen Konsumgüter-Branchen Ernährung [-6,6%] und Getränke [-7,7%]. Positiv fällt die Bilanz für den Bereich Automobil aus, der seine TV-Budgets um 6,5 Prozent erhöhte, und für die Hersteller von Körperpflege-Produkten [+19,1%]. Auch die signifikante Steigerung der Fernsehwerbeinvestitionen in den Bereichen Touristik [+14,7%], Reinigung [+19,4%], Audio & Video [+15,3%] sowie Textilien & Bekleidung [+25,4%] konnte die Verluste bei anderen Branchen weder für den Gesamt-Werbemarkt noch für den Fernsehwerbemarkt vollständig kompensieren.
Werbekrise belastet Geschäftsentwicklung
Die Werbekrise im deutschen Fernsehmarkt hat die Geschäftsentwicklung der ProSiebenSat.1-Gruppe in 2002 negativ beeinflusst. Der Konzernumsatz lag bei 1,895 Mrd Euro und damit um sechs Prozent unter dem Vorjahresniveau von 2,015 Mrd Euro. Das Ergebnis vor Steuern lag bei 21 Mio Euro nach 106 Mio Euro im Vorjahr. Das nach den Kriterien der "Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management" [DVFA] und der Schmalenbach Gesellschaft - "Gesellschaft für Betriebswirtschaft" [SG] ermittelte Ergebnis je Aktie Von der "Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Assetmanagement" [DVFA] und der "Schmalenbach Gesellschaft - Gesellschaft für Betriebswirtschaft" [SG] entwickelte Kennziffer für den möglichst exakten Vergleich zwischen Unternehmen. Das Ergebnis nach DVFA/SG basiert auf dem um Sondereinflüsse bereinigten Jahresüberschuss und wird meist je Aktie ausgewiesen. Die ProSiebenSat.1 Media AG verwendet für die Angaben das aktuell gültige Berechnungsschema der Methodenkommission der DVFA/SG. lag nach 0,34 Euro im Vorjahr bei 0,08 Euro. Das EBIT betrug 73 Mio Euro - 81 Mio Euro weniger als im Jahr 2001. Das EBITDA erreichte 134 Mio Euro nach 225 Mio Euro im Vorjahr. Der Konzernjahresüberschuss erreichte 15 Mio Euro nach 68 Mio Euro im Vorjahr. Die Steuerquote im Konzern lag bei 41 Prozent.
EBITDA 2002 der ProSiebenSat.1-Gruppe
    2002  2001 
    Mio €  Mio € 
   Ergebnis vor Steuern 21  106 
 +  Abschreibungen 62  56 
 ./.  Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
 ./.  Zinserträge 10 
 +  Verlust aus assoziierten Unternehmen
 +  Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens -/-  15 
 +  Zinsaufwendungen 63  54 
 =  EBITDA 134  225 
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Verlustrechnung
Straffes Kostenmanagement zeigt Wirkung
Die deutlichen Umsatzeinbußen konnten durch ein straffes Kostenmanagement teilweise kompensiert werden, obwohl eine Reihe von Sondereffekten, wie die Übertragung der Fußballweltmeisterschaft oder die Kosten für das im März eingestellte Fusionsvorhaben mit der KirchMedia, das Ergebnis belasteten. Insgesamt stand den Umsatzverlusten in Höhe von 120 Mio Euro ein Ergebnisrückgang von 85 Mio Euro gegenüber.

Die Kostenoptimierung zeigt sich auch im Programm- und Materialaufwand. Trotz der Kosten für die Fußball-WM 2002 von 54 Mio Euro lag der Programm- und Materialaufwand mit 1,378 Mrd Euro um zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der planmäßige Werteverzehr Unter Werteverzehr versteht man den Verbrauch [Verzehr] von Gütern, Dienstleistungen und Rechten im betrieblichen Produktionsprozess. Jeder Werteverzehr führt folglich zu einer Verminderung des Nettovermögens. des Programmvermögens Das Programmvermögen beinhaltet Spielfilme, Serien und Auftragsproduktionen sowie geleistete Anzahlungen. Spielfilme und Serien zählen ab Beginn der vertraglichen Lizenzzeit zum Programmvermögen, Auftragsproduktionen werden nach Fertigstellung, die mit der Abnahme erfolgt, als sendefähiges Programmvermögen aktiviert. ging mit 997 Mio Euro um zwei Prozent zurück. Der außerplanmäßige Werteverzehr inklusive der Zuführung zur Drohverlustrückstellung konnte um drei Prozent auf 89 Mio Euro zurückgeführt werden. Insgesamt lag der Werteverzehr mit 1,086 Mrd Euro um zwei Prozent unter dem Vorjahr. Der ausstrahlungsbedingte Werteverzehr für aktiviertes Programmvermögen ist wesentlicher Bestandteil der Position Programm- und Materialaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung. Darin sind auch Aufwendungen für Lizenzen, Sendegebühren und Materialien sowie Herstellungsgebühren enthalten.
Aufwendungen für Werbung, Dienstreisen und IT reduziert
Auch bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zeigen sich Einspareffekte. So konnten die Werbeaufwendungen, die Reisekosten sowie die Aufwendungen für IT um insgesamt zwölf Mio Euro zurückgeführt werden. Insgesamt lagen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen infolge von Einzelwertberichtungen und Verlusten aus dem Abgang von Finanzanlagen mit 246 Mio Euro nur knapp um ein Prozent über dem Vorjahresniveau. Ohne Berücksichtigung dieser einmaligen Sondereffekte lag der sonstige betriebliche Aufwand um fünf Prozent oder rund elf Mio Euro unter dem Vorjahr.

Positiv auf die Gewinn- und Verlustrechnung hat sich die Zunahme der sonstigen betrieblichen Erträge um 49 Prozent auf 116 Mio Euro ausgewirkt. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf Zuschreibungen auf das Programmvermögen und die Konsolidierungseffekte aus dem Erwerb der ehemaligen Kirch Intermedia GmbH zurückzuführen. Die Gesellschaftsanteile des Multimedia-Unternehmens, in dem die Online-Auftritte der Senderfamilie gebündelt sind, wurden zum 1. September 2002 übernommen und unter dem neuen Namen SevenOne Intermedia in den Geschäftsbereich Fernsehen integriert. Die Neuordnung des Gesellschafterkreises hatte sich durch die Insolvenz von KirchMedia und KirchPay-TV ergeben. Darüber hinaus führte die vorzeitige Rückführung eines Teils der 2006 fälligen Eurobonds zu einer Erhöhung der sonstigen betrieblichen Erträge.
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mit der Tabelle Gewinn- und 
Verlustrechnung
Personalaufwand nimmt nur leicht zu
Der Personalaufwand ist im Vorjahresvergleich nur leicht um drei Prozent auf 216 Mio Euro gestiegen. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Übernahme von 179 Mitarbeitern der SevenOne Intermedia GmbH und ihrer Tochterunternehmen zum 1. September 2002. Ohne Berücksichtigung der SevenOne Intermedia lag der Personalaufwand ein Prozent über dem Vorjahr - was im Wesentlichen auf die Erhöhung von Löhnen und Gehältern zum 1. Januar 2002 um durchschnittlich zwei Prozent zurückzuführen.

Im Jahresdurchschnitt 2002 beschäftigte die ProSiebenSat.1-Gruppe 3.054 Mitarbeiter [ohne Volontäre und Praktikanten]. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einer Steigerung um zwei Prozent. Dies lässt sich im Wesentlichen auf die Integration der SevenOne Intermedia zurückführen. Auch die Erhöhung der Mitarbeiterzahl im Geschäftsbereich Fernsehen um vier Prozent auf 1.821 Mitarbeiter ist damit begründet. Mit einem Anstieg der Mitarbeiter um acht Prozent auf 115 Personen spiegelt sich im Bereich Merchandising der Ausbau der Zuschauerbindungsinstrumente und der E-Commerce-Aktivitäten wider. Im Geschäftsbereich Dienstleistungen hat sich die Zahl der Beschäftigten im Jahresdurchschnitt um 0,4 Prozent auf 1.102 Mitarbeiter erhöht. Das Durchschnittsalter aller Mitarbeiter der ProSiebenSat.1-Gruppe lag bei 34 Jahren.
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände reduziert
Die Abschreibungen erhöhten sich um insgesamt elf Prozent auf 62 Mio Euro. Das ist ausschließlich auf einen Forderungsverzicht gegenüber der Nachrichtenagentur ddp zurückzuführen. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen konnten dagegen um 25 Prozent auf 42 Mio Euro reduziert werden. Der deutliche Rückgang ist in der in Aussicht gestellten Verlängerung der Sendelizenz von Kabel 1 und der daraus resultierenden Ausweitung der Abschreibungsdauer des Firmenwerts bis in das Jahr 2012 begründet.

Das Zinsergebnis ist im Periodenvergleich um rund vier Prozent auf minus 53 Mio Euro gesunken. Ausschlaggebend dafür waren gestiegene Finanzierungskosten infolge der Platzierung einer hochverzinslichen Anleihe im Juli 2002, einer revolvierenden Kreditfazilität Eine mit i.d.R.  mehreren Banken [Konsortium] abgeschlossene Kreditvereinbarung über die Einräumung einer Kreditlinie für eine feste Laufzeit,  die revolvierend in Anspruch genommen werden kann. und einer höheren durchschnittlichen Finanzverschuldung. Der höhere Zinsaufwand konnte teilweise durch Zinserträge im Rahmen von Steuerrückerstattungen kompensiert werden.

Die außerordentlichen Aufwendungen im Jahr 2002 enthalten Kosten für den im März eingestellten Fusionsprozess mit KirchMedia in Höhe von elf Mio Euro. Im Wesentlichen führten Gebühren für die im Juli 2002 erfolgte Neustrukturierung des Fremdkapitals zu einem außerordentlichen Ergebnis von minus 36 Mio Euro nach minus 15 Mio Euro im Vorjahr.
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Verlustrechnung
Finanz-, Vermögens- und Ertragslage
Programmvermögen von 1,980 Mrd Euro
Die Bilanzsumme des ProSiebenSat.1-Konzerns reduzierte sich zum Stichtag 31. Dezember 2002 von 2,028 Mrd Euro auf 1,756 Mrd Euro. Das entspricht einem Rückgang von 13 Prozent.

Auf der Aktivseite ist die Bilanzverkürzung auf das geringere Umlaufvermögen zurückzuführen. Mit einem Anteil von 60 Prozent an der Bilanzsumme ist das Programmvermögen der wichtigste Aktivposten der ProSiebenSat.1-Gruppe. Es wurde zum Stichtag 31. Dezember 2002 mit 1,060 Mrd Euro bilanziert. Das entspricht einem Rückgang um zwölf Prozent. Die bilanziell wirksamen Programminvestitionen beliefen sich im Jahr 2002 auf 926 Mio Euro und lagen damit um 254 Mio Euro unter dem Vorjahreswert von 1,180 Mrd Euro.

Das bilanzierte Programmvermögen der ProSiebenSat.1-Gruppe umfasst hauptsächlich Spielfilme und Serien sowie Auftragsproduktionen, die zur einmaligen und mehrfachen Ausstrahlung vorgesehen sind. Spielfilme und Serien werden mit Beginn der vertraglichen Lizenzzeit, Auftragsproduktionen nach ihrer Fertigstellung als sendefähiges Programmvermögen aktiviert. Zusätzlich verfügt die ProSiebenSat.1-Gruppe über ein noch nicht aktiviertes Programmvermögen in Höhe von 920 Mio Euro. Zum 31. Dezember 2002 belief sich damit das gesamte, vertraglich gesicherte Programmvermögen für Sat.1, ProSieben, Kabel 1 und N24 auf 1,980 Mrd Euro. Dieser Programmstock umfasste 35.307 Stunden vertraglich gesicherter Senderechte, darunter 15.056 Stunden internationale Spielfilme, 8.646 Stunden internationale Serien, 2.765 Zeichentrickstunden, 4.137 Stunden deutsche Serien und 1.690 Stunden deutsche TV-Movies. Das Erlöspotenzial des Programmvermögens, das auf den Sendern Sat.1, ProSieben und Kabel 1 realisiert werden kann, beträgt rund 2,9 Mrd Euro.
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ProSiebenSat.1-Gruppe: Bilanzstrukturentwicklung
 AKTIVA
  2001 
 
2002 
 
Veränderung 
zum Vorjahr 
Anteil 2002 
 
  Mio €  Mio €     
 Anlagevermögen 394  402  2%  23% 
 Umlaufvermögen 1.612  1.331  -17%  76% 
        davon Programmvermögen 1.206  1.060  -12%  60% 
 Rechnungsabgrenzungsposten (inkl. latente Steuern) 22  23  5%  1% 
 Summe Aktiva 2.028  1.756  -13%  100% 
 PASSIVA
  2001 
 
2002 
 
Veränderung 
zum Vorjahr 
Anteil 2002 
 
  Mio €  Mio €     
 Eigenkapital 650  617  -5%  35% 
 Rückstellungen 105  82  -22%  5% 
 Verbindlichkeiten 1.272  1.056  -17%  60% 
 RAP (inkl. latente Steuern) -/-  -/- 
 Summe Passiva 2.028  1.756  -13%  100% 
Der Rückgang des Umlaufvermögens ist darüber hinaus auf den geringeren Forderungsbestand zurückzuführen. Insgesamt lagen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände mit 198 Mio Euro um 33 Prozent unter dem Bestand zum Ende des Jahres 2001. Die Ursache liegt vor allem in Steuerrückerstattungen in Höhe von rund 52 Mio Euro. Darüber hinaus wirkten sich die um 35 Mio Euro geringeren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen insbesondere bei Sat.1 und ProSieben aus. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen reduzierten sich infolge von Erstkonsolidierungseffekten durch die Übernahme sämtlicher Gesellschaftsanteile der SevenOne Intermedia um rund 24 Mio Euro. Lediglich die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, erhöhten sich durch bestehende Forderungen in Verbindung mit der Verwertung der Leistungsschutzrechte.
Verbindlichkeiten um 17 Prozent zurückgeführt
Auf der Passivseite zeigt sich die Bilanzverkürzung vor allem in der Rückführung der Verbindlichkeiten um 17 Prozent auf 1,056 Mrd Euro. Die Netto-Finanzschulden konnten um 143 Mio Euro oder 16 Prozent auf 754 Mio Euro reduziert werden.

Die Finanzverbindlichkeiten nahmen um 18 Prozent auf 822 Mio Euro ab. Durch die im Juli 2002 international erfolgreich platzierte Festzinsanleihe in Höhe von 200 Mio Euro konnte die Finanzierungsstruktur zugunsten längerfristiger Mittel optimiert werden. Während die Bankverbindlichkeiten um 67 Prozent auf 156 Mio Euro zurückgeführt wurden, stiegen die Anleihen per Saldo, d.h., nach der vorzeitigen Rückführung von Eurobonds in Höhe von 62 Mio Euro, um 26 Prozent auf 666 Mio Euro. Die übrigen Verbindlichkeiten reduzierten sich vor allem auf Grund variierender Zahlungseingänge.
 
Die Eigenkapitalquote erhöhte sich infolge der geringeren Bilanzsumme von 32 Prozent auf 35 Prozent. Insgesamt lag das Eigenkapital mit 617 Mio Euro auf Grund der verschlechterten Ertragslage um fünf Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres.

Die Rückstellungen reduzierten sich um 22 Prozent auf rund 82 Mio Euro. Der deutliche Rückgang resultiert fast ausschließlich aus den verminderten Steuerrückstellungen.
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ProSiebenSat.1-Aktie: Entwicklung gegen den Branchentrend
In der ersten Jahreshälfte 2002 wurde die Kursentwicklung der ProSiebenSat.1 Media AG nachhaltig von dem Fusionsvorhaben mit der KirchMedia beeinflusst. Als am 22. Februar 2002 bekannt gegeben wurde, dass die beiden Unternehmen ihre Fusionspläne ausgesetzt hatten, stieg der Kurs der ProSiebenSat.1-Aktie innerhalb eines Tages um 33 Prozent. Mit der endgültigen Absage der Fusion am 20. März 2002 stieg der Kurs erneut um über 20 Prozent auf 11,71 Euro. Am 17. April 2002 erreichte die Aktie der ProSiebenSat.1 Media AG mit 12,00 Euro ihren Jahreshöchstkurs. Dagegen hat die Entscheidung, die von Vorstand und Aufsichtsrat befürwortete Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien Namensrechtlich vermerkte Aktien, die nur mit Genehmigung der AG übertragen werden dürfen. Bei der ProSiebenSat.1 Media AG sind die Stammaktien aus medienrechtlichen Gründen vinkuliert. nicht auf die Tagesordnung der ordentlichen Hauptversammlung zu setzen, den Kursverlauf negativ beeinflusst: Nach der Pflichtmitteilung am 21. Mai 2002, dass der Hauptgesellschafter KirchMedia im Rahmen des Insolvenzverfahrens keinem Beschluss über die Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien zustimmen könne, sank der Kurs der ProSiebenSat.1-Aktie um 20 Prozent. Im weiteren Verlauf des Jahres konnte sich auch die ProSiebenSat.1-Aktie dem Abwärtstrend an den internationalen Börsen nicht entziehen. Sie beendete das Börsenjahr 2002 am 30. Dezember mit einem Schlusskurs von 6,50 Euro. Gegenüber dem ersten Handelstag 2002 lag der Wert damit dennoch rund acht Prozent im Plus.
Dividendenzahlung für Vorzugsaktionäre
Trotz der verschlechterten Ertragslage wird der Vorstand der ProSiebenSat.1 Media AG eine Dividendenzahlung für die Vorzugsaktionäre empfehlen. Auf Grund der verminderten Werbeeinnahmen und teilweise negativer Ergebnisübernahmen wie bei Sat.1 weist die ProSiebenSat.1 Media AG im Jahr 2002 einen Jahresfehlbetrag von 32 Mio Euro aus. Der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands sieht vor, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von rund 2,5 Mio Euro eine Dividende von 0,02 Euro je nennwertloser Vorzugsaktie zu zahlen. Dies entspricht einer Ausschüttungssumme von rund zwei Mio Euro. Auf neue Rechnung sollen rund 0,5 Mio Euro vorgetragen werden.

Fernsehen
Sportereignisse und Werbekrise prägen das Fernsehjahr
Das Jahr 2002 markiert den bisherigen Tiefpunkt in der Entwicklung des deutschen Privatfernsehens. Der schrumpfende Werbemarkt hat erwartungsgemäß die Geschäftsentwicklung der Sender der ProSiebenSat.1-Gruppe beeinflusst. Daneben belasteten Sondereffekte den Geschäftsverlauf. So konnte die Ausstrahlung der Fußballweltmeisterschaft nicht die geplanten Erwartungen erfüllen und führte zu einer deutlichen Ergebnisbelastung bei Sat.1. Neben den schwierigen Werbemarktbedingungen zeigten insbesondere ProSieben und Sat.1 im Jahresverlauf Leistungsschwächen, die erst ab Herbst 2002 behoben werden konnten. Insgesamt wurde das Fernsehjahr 2002 durch große Sportereignisse geprägt. Durch die Live-Berichterstattung von den Olympischen Winterspielen und der Fußball-Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea erzielten vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender Marktanteilsgewinne. Die drei Vollprogramme der ProSiebenSat.1-Gruppe erzielten im Jahr 2002 in der für die Werbewirtschaft besonders wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen einen gemeinsamen Marktanteil von 28,1 Prozent nach 30,1 Prozent im Vorjahr. Bei allen Zuschauern ab drei Jahren erreichten Sat.1, ProSieben und Kabel 1 einen Marktanteil von 21,5 Prozent nach 23,1 Prozent in 2001. Die Sender RTL, RTL II, Vox und Super RTL verloren ebenfalls. Sie kamen zusammengerechnet bei allen Zuschauern auf einen Marktanteil von 24,2 Prozent nach 24,7 im Vorjahr.

Das operative Ergebnis im Geschäftsbereich Fernsehen lag trotz erheblicher Kostenstraffungen mit 62 Mio Euro klar unter dem Vorjahreswert von 137 Mio Euro. Der Gesamtumsatz im Geschäftsbereich Fernsehen erreichte 1,837 Mrd Euro. Das entspricht einem Rückgang von sechs Prozent. Damit dürfte sich die ProSiebenSat.1-Gruppe deutlich besser als der Markt entwickelt haben. Nach den derzeit vorliegenden Branchenschätzungen für 2002 liegt das Minus im Fernsehwerbemarkt zwischen acht und zehn Prozent.
Marktanteile aller Zuschauer
Marktanteile aller Zuschauer 14 bis 49 Jahre
Die ProSiebenSat.1-Gruppe erzielt rund 96 Prozent ihrer Umsätze mit den vier Sendern Sat.1, ProSieben, Kabel 1 und N24. In diesen Erlösen sind auch die eng mit der Markenwelt der Sender verbundenen Multimedia-Aktivitäten enthalten. Der Bereich Online und neue Medien ist in einer eigenen Gesellschaft, der SevenOne Intermedia, gebündelt. Das Unternehmen wurde nach der Übernahme sämtlicher Gesellschaftsanteile zum 1. September 2002 in die ProSiebenSat.1-Gruppe integriert. Als Multimedia-Kompetenzzentrum verantwortet die SevenOne Intermedia die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktion, Vermarktung und Verwertung disponibler Rechte der Sender auf den interaktiven Plattformen Online, Teletext, Telefonmehrwertdienste, Mobile und iTV. Im Geschäftsbereich Fernsehen sind durch die Erstkonsolidierung lediglich die Erlösbeiträge von September bis Dezember 2002 enthalten. Im Gesamtjahr 2002 erzielte die SevenOne Intermedia ohne ihre Beteiligungen im Bereich Multimedia ein Umsatzvolumen von rund 50 Mio Euro und ein positives Ergebnis.

Sat.1: Ausstrahlung der Fußballweltmeisterschaft konnte Erwartungen nicht erfüllen
Sat.1 erzielte 2002 in der für die Werbewirtschaft wichtigsten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer einen Marktanteil von 11,1 Prozent nach 11,6 Prozent im Vorjahr. Bei allen Zuschauern ab drei Jahren kam der Sender mit 9,9 Prozent annähernd auf das Niveau des Vorjahres mit 10,1 Prozent.

Sat.1 konnte 2002 einen Umsatz von 777 Mio Euro nach 831 Mio Euro im Vorjahreszeitraum verzeichnen. Das entspricht einem Rückgang von sechs Prozent. Das Ergebnis vor Steuern lag bei minus 98 Mio Euro nach minus 77 Mio Euro im Vorjahreszeitraum. Für diese Entwicklung waren - neben dem negativen Werbeklima - vor allem die hohen Kosten für Rechte und Produktion der Fußballweltmeisterschaft in Höhe von 54 Mio Euro ausschlaggebend. Angesichts des schwachen Werbemarktes konnten durch die Weltmeisterschaft nur Erlöse in Höhe von rund 29 Mio Euro erzielt werden - deutlich weniger, als noch beim Kauf der Rechte im Vorjahr erwartet worden war. Ohne Berücksichtigung der Fußballweltmeisterschaft konnte die Kostenstruktur des Senders seit 2000 um rund 73 Mio Euro verbessert werden. Negativ auf das Sat.1-Ergebnis haben sich zusätzlich auch die bislang hohen Rechtekosten für die Fußball-Bundesliga ausgewirkt.
ProSieben: Straffes Kostenmanagement in 2002
In einem von rückläufigen Werbeinvestitionen geprägten Geschäftsjahr erreichte ProSieben in der kommerziell entscheidenden Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer einen durchschnittlichen Marktanteil von 12,0 Prozent nach 13,3 Prozent in 2001. Bei allen Zuschauern ab drei Jahren kam ProSieben auf 7,1 Prozent nach 8,0 Prozent im Vorjahr.

Im Geschäftsjahr 2002 erzielte der Sender einen Umsatz von 778 Mio Euro nach 860 Mio Euro. Das Ergebnis vor Steuern betrug 206 Mio Euro. Im Vorjahr waren es 262 Mio Euro. Die Umsatzrendite lag bei 26 Prozent. Durch ein straffes Kostenmanagement ist es dem Sender gelungen, den Ergebnisrückgang von 56 Mio Euro deutlich unter den Umsatzeinbußen von 82 Mio Euro zu halten.
Kabel 1: Marktführer unter den Sendern der zweiten Generation
Kabel 1 konnte 2002 seine Spitzenposition unter den Sendern der zweiten Generation behaupten. Mit einem Marktanteil bei allen Zuschauern ab drei Jahren von 4,5 Prozent nach 5,0 Prozent im Vorjahr lag der Sender deutlich vor den Konkurrenten Vox mit 3,3 Prozent und RTL II mit 3,9 Prozent. In der für die Werbewirtschaft besonders relevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Fernsehzuschauer erzielte Kabel 1 einen Marktanteil von 5,0 Prozent. Im Vorjahreszeitraum wurden 5,2 Prozent erreicht.

Der Sender konnte im Geschäftsjahr 2002 einen Umsatz von 196 Mio Euro verbuchen - das entspricht einem Rückgang von 19 Mio Euro oder neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Ergebnis vor Steuern lag mit zwölf Mio Euro auf Grund der Werbekrise und höherer Programmkosten, die aus Programmkäufen der zurückliegenden Jahre resultieren, unter dem Wert des Vorjahreszeitraums von 34 Mio Euro.
N24: Neue Dokumentationsschiene beschleunigt Leistungssteigerung
Der Nachrichtensender N24 konnte seine Position im deutschen Fernsehmarkt 2002 weiter ausbauen. Positiv auf das Leistungswachstum hat sich eine neue Dokumentationsschiene ausgewirkt, die zum Ende des Jahres eingeführt wurde. So steigerte N24 im Dezember seinen Marktanteil im Vergleich zum Vormonat um 55 Prozent auf 0,3 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Das jüngste Kind der Senderfamilie erreicht nach den seit dem 1. Januar 2003 ausgewiesenen Daten der GfK-Fernsehforschung mittlerweile eine technische Reichweite von 67 Prozent aller deutschen Fernsehhaushalte. Die potenzielle technische Reichweite beträgt indes bereits über 70 Prozent.

Der Umsatz des Nachrichtensenders steigerte sich in 2002 um 42 Prozent auf 95 Mio Euro. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich um 37 Prozent oder 14 Mio Euro auf minus 24 Mio Euro. Das Umsatzwachstum und die Ergebnissteigerung sind auf die gestiegene Bedeutung von N24 als zentralem Nachrichtendienstleister für die Sender der ProSiebenSat.1-Gruppe zurückzuführen.
Transaktionsfernsehen: Neun Live erreicht operative Gewinnzone
Das Engagement der ProSiebenSat.1-Gruppe im Bereich des Transaktionsfernsehens hat sich äußerst positiv entwickelt. Die ProSiebenSat.1 Media AG hält 48,4 Prozent der Gesellschaftsanteile der Euvía Media AG & Co. KG, die den Fernsehsender Neun Live und den Reiseshoppingkanal sonnenklar TV betreibt. Sonnenklar TV vermittelte im Geschäftsjahr 2002 Reisen mit einem Buchungsvolumen in Höhe von 90 Mio Euro. Das entspricht einer Steigerungsrate von 195 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in dem der Brutto-Reiseumsatz bei 30 Mio Euro lag.

Nach den vorläufigen Zahlen erzielte Neun Live 2002 einen Gesamtumsatz von 61 Mio Euro. Das entspricht einer Steigerungsrate von 187 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während die operativen Kosten mit 47 Mio Euro im Jahresvergleich annähernd stabil blieben, konnte Neun Live ein positives EBITDA von 14 Mio Euro nach minus 26 Mio Euro im Vorjahr erzielen. Damit hat der Sender Neun Live die ursprünglichen Planungen deutlich übertroffen. Noch im Frühjahr 2002 hatte der Sender mit Gesamtumsätzen von gut 40 Mio Euro und einem negativen EBITDA von unter zehn Mio Euro gerechnet.

Merchandising und Dienstleistungen
Merchandising: Zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Ergebnis
Im Geschäftsfeld Merchandising sind die Aktivitäten der MM Merchandising München, der Art Merchandising & Media und der SevenOne Club & Shop gebündelt. Hier steigerte die ProSiebenSat.1-Gruppe im Jahr 2002 den Gesamtumsatz um elf Prozent auf 73 Mio Euro. Die Außenumsätze stiegen um zwölf Prozent auf 66 Mio Euro. Das operative Ergebnis erhöhte sich im Bereich Merchandising um 13 Prozent auf 17 Mio Euro.

Neben dem weiteren Wachstum der Merchandisingaktivitäten wirkte sich der Ausbau der Zuschauerbindungsinstrumente der SevenOne Club & Shop positiv auf die Geschäftsentwicklung aus.
Dienstleistungen: Kostenreduzierung wirkt sich auf Umsatz aus
Der Geschäftsbereich Dienstleistungen umfasst die Tochterunternehmen SevenSenses, SZM Studios und das IT-Unternehmen ProSieben Information Service. Das Geschäftsvolumen in diesem Segment setzt sich zu rund 90 Prozent aus internen Aufträgen zusammen. Deshalb haben sich die Kostenreduktionen insbesondere bei den Sendern auch auf die Umsatzentwicklung im Geschäftsbereich Dienstleistungen niedergeschlagen. So verringerte sich der Gesamtumsatz des Geschäftsbereichs um zehn Prozent auf 154 Mio Euro. Das operative Ergebnis nahm um elf Mio Euro auf minus drei Mio Euro ab.

Forschung und Entwicklung
Unverändert hoher Stellenwert der Marktforschung
Für die ProSiebenSat.1-Gruppe besitzt die kontinuierliche Forschung und Marktanalyse einen hohen Stellenwert. Der Fernsehkonzern ist deshalb in diversen Interessensgemeinschaften und Forschungsinstituten aktiv vertreten, beispielsweise in der ACT [Association of Commercial Television], der AGF [Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung] Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung [Mitglieder: ARD, ProSiebenSat.1 Media AG, RTL, ZDF und die von ihnen vertretenen Sender] hat die GfK Fernsehforschung mit der Erfassung der Fernsehnutzung in Deutschland beauftragt. Diese Daten sind im Werbemarkt als gültige Währung für die TV-Planung anerkannt. Die AGF vergibt Lizenzen zur Datennutzung an andere Sender, an Agenturen und Werbung Treibende sowie weitere Datenverwerter [z.B. Media Control] , der ag.ma [Arbeitsgemeinschaft Media Analyse e. V.], der AGOF [Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung e. V.], dem BVM [Bundesverband Deutscher Markt- und Sozialforscher e. V.], dem DIHK [Deutsche Industrie- und Handelskammertag], dem dmmv [Deutscher Multimedia Verband], der FGM [Fördergesellschaft Marketing e. V. an der Uni München], der GfK [Gesellschaft für Konsum- Markt- und Absatzforschung e. V.] Tochtergesellschaft der GfK Gesellschaft für Konsumforschung. Die GfK erforscht seit 1985 die Fernsehnutzung von privaten Fernsehhaushalten in Deutschland durch elektronische Messgeräte. Mit 5.200 Panel-Haushalten in Deutschland - das entspricht etwa 71,67 Mio Personen ab drei Jahren in Fernsehhaushalten - und personenindividueller Messung stellt es das größte und genaueste Panel zur Fernsehzuschauerforschung in Europa dar. Seit 2001 werden auch EU-Ausländer im Panel berücksichtigt. , der IVW [Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V.], der InfOnline, deren Aufgabe die Messung von Online-Visits und PageImpressions nach IVW ist, dem NEON [Network Online Research], dem VPRT [Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation e. V.] Verband privater Rundfunk und Telekommunikation e.V. in Bonn als Interessenvertretung der privaten Funk- und Fernsehsender [FSF]. sowie dem ZAW [Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft] Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft e.V. in Bonn. Als Zusammenschluss von Verbänden, deren Mitglieder Wirtschaftswerbung betreiben, führt die ZAW die Interessen der Werbewirtschaft zusammen, vertritt sie nach außen und stellt jährlich die Netto-Werbeinvestitionen aller Mediengattungen und Werbeträger fest. Der Verband widmet sich allen Angelegenheiten der Wirtschaftswerbung mit der Intention, staatliche Werberegelungen entbehrlich zu machen. .

Auch im Geschäftsjahr 2002 lagen die Ausgaben für die Marktforschungsaktivitäten der Unternehmensgruppe mit rund 17 Mio Euro auf hohem Niveau. In kaum einer anderen Branche lassen sich Erfolg und Misserfolg so schnell messen wie im Fernsehmarkt. Täglich liegen bereits am Morgen nach der Ausstrahlung detaillierte Auswertungen über die Zuschauerreichweiten und Marktanteile vor. Sie gewährleisten eine ständige Transparenz im Fernsehmarkt und sind ein Leistungsnachweis für die Werbekunden. Für die Programmverantwortlichen der Sender sind die Marktanteilsdaten das wichtigste Steuerungsinstrument. Die Quoten werden von der Gesellschaft für Konsumforschung [GfK] durch Messung des Sehverhaltens in einem repräsentativen Zuschauerpanel erhoben. Auftraggeber ist die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung [AGF], in der sich alle größeren privaten Fernsehsender und die öffentlich-rechtlichen Anstalten zusammengeschlossen haben. Auf Basis der AGF/GFK-Quoten werden die Werbepreise berechnet und die Effizienz von Werbemaßnahmen überprüft.

Die Forschungsergebnisse liefern nicht nur relevante Informationen zum Erfolg von Programm- und Marketingmaßnahmen. Die werbetreibende Wirtschaft nutzt die detaillierten Analysen als wichtige Informationsquelle zur Mediaplanung. Als Serviceleistung bietet die ProSiebenSat.1-Gruppe ihren Werbekunden neben Standardanalysen zur Medialeistung und zum individuellen Kampagnencontrolling auch umfangreiche qualitative Studien an. Dazu zählen beispielsweise Studien und Instrumentarien zur TV-Planung und Zielgruppenplanung sowie zur Werbewirkungsforschung, Ad-hoc-Analysen zur Wirkung neuer Werbeformen, branchenspezifische Mediareports oder qualitative Programmforschungsinstrumente. Die Prognos AG erstellt im Auftrag der ProSiebenSat.1 Media AG die bislang einzige Studie zur mittel- bzw. langfristigen Entwicklung des Werbemarktes. Neben Deutschland erfasste die Prognos-Studie im Jahr 2002 auch Österreich und die Schweiz, so dass sie einen umfassenden Überblick über die Entwicklungen der Werbemärkte im gesamten deutschsprachigen Raum gibt. Mit der Entstehung neuer integrierter Werbeformen steigt auch der Informationsbedarf zum Nutzungsverhalten elektronischer Medien. Zur Erfassung der jüngsten Entwicklungen führt die ProSiebenSat.1-Gruppe vierteljährlich die "@facts"-Umfrage durch. In der größten und methodisch anspruchvollsten Internet-Studie für Deutschland und Europa werden jährlich 120.000 Personen zu ihrem Nutzungsverhalten von neuen Medien befragt.
Hohe Investitionen in die Entwicklung neuer Formate
Die vier Sender Sat.1, ProSieben, Kabel 1 und N24 haben im Jahr 2002 insgesamt 19.869 Programmstunden an Eigen- und Auftragsproduktionen ausgestrahlt. Dazu zählen Nachrichten, Magazine und Reportagen, Talkshows, Comedy-Sendungen, Fernsehfilme, Serien und Trailer. Insgesamt wurden rund 57 Prozent der ausgestrahlten Programmstunden in Eigen- und Auftragsregie hergestellt. Eigene Programmformate wie "Für alle Fälle Stefanie", "taff." oder "Abenteuer Leben" prägen das Profil der Sender. Im Gegensatz zu Lizenzprogrammen können sie über einen langen Zeitraum täglich oder wöchentlich produziert werden.

Die ProSiebenSat.1-Gruppe entwickelt ständig neue Programme. Entwicklungsredakteure nehmen Ideen aus dem Haus und Anregungen von außen auf und entwickeln Projekte innerhalb von mehreren Monaten von der Pilotsendung bis zur sendereifen Ausstrahlung - häufig in Zusammenarbeit mit externen Produzenten. Im Jahr 2002 wurden auf diese Weise rund 42 Pilotprojekte von der Talkshow über Eventfilme bis zur Magazinsendung entwickelt und 207 Drehbücher in Auftrag gegeben. Die Entwicklung neuer Formate besaß 2002 einen besonders hohen Stellenwert. So erhöhten sich die Entwicklungskosten der ProSiebenSat.1-Gruppe für neue Programme von acht Mio Euro im Vorjahr auf über 14 Mio Euro.

Nach Abschluss des Geschäftjahres
Zuschauermarktanteile gesteigert
Die ProSiebenSat.1-Gruppe konnte ihren Zuschauermarktanteil in den ersten zweieinhalb Monaten des Jahres 2003 deutlich steigern. Die vier Sender erreichten im Trend des Jahres 2003 [bis 15. März 2003] in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen einen gemeinsamen Marktanteil von 28,8 Prozent. Das entspricht einer Zunahme um 0,7 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Bei allen Zuschauern ab drei Jahren kamen die vier Programme der Senderfamilie wie im Jahresdurchschnitt 2002 auf einen Marktanteil von 21,5 Prozent. Die Marktanteile des Nachrichtensenders N24 werden seit Beginn des Jahres 2003 erstmals von der GfK Fernsehforschung ausgewiesen. Der Sender erreichte in den ersten zehn Wochen des Jahres 2003 einen Marktanteil von 0,4 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen und liegt damit beinahe gleichauf mit dem Konkurrenten n-tv, der im selben Zeitraum auf 0,5 Prozent kam.
Organisationsstruktur optimiert
Die ProSiebenSat.1-Gruppe hat Anfang 2003 weitere Vorbereitungen getroffen, um die Organisationsstruktur innerhalb des Konzerns weiter zu optimieren. So werden die beiden Merchandisingunternehmen MM Merchandising München und SevenOne Club & Shop zusammengelegt. Die neue Merchandising-Unit soll künftig den Geschäftspartnern im Bereich Merchandising das gesamte Vermarktungs- und Leistungsportfolio der ProSiebenSat.1-Gruppe aus einer Hand bieten und zusätzliche Erlöspotenziale erschließen. Die Vorbereitungen für die Integration der beiden Firmen sollen bis zum 31. März 2003 abgeschlossen sein.

Zur Optimierung der Prozesse im Technikbereich wurden außerdem alle technischen Dienstleistungsunternehmen bei einem Direktor Operations konzentriert. Das betrifft u. a. die SZM Studios, das IT-Unternehmen ProSieben Information Service und das für technische Verbreitungswege verantwortliche Unternehmen Teledirekt.
Neuordnung der Gesellschafterverhältnisse
Mit der Insolvenz der KirchMedia GmbH & Co. KGaA stehen seit 2002 auch die Gesellschafteranteile des Unternehmens an der ProSiebenSat.1 Media AG zum Verkauf. Die ProSiebenSat.1 Media AG ist über diesen Veräußerungsprozess nicht nur informiert, sondern war darin auch im Rahmen von Due Diligences nachhaltig eingebunden. Das Unternehmen hat ausgewählten potenziellen Investoren eine Due Diligence auf Grundlage von Vertraulichkeitsvereinbarungen ermöglicht. Im Interesse der Gesellschaft, ihrer Aktionäre und Mitarbeiter begrüßt die ProSiebenSat.1 Media AG einen möglichst raschen Abschluss der Verhandlungen und die Stabilisierung der Gesellschafterverhältnisse.

Zuletzt befand sich KirchMedia in fortgeschrittenen Verkaufsverhandlungen mit einem Konsortium aus dem Heinrich Bauer Verlag und der HypoVereinsbank sowie einer aus dem US-amerikanischen Medienunternehmer Haim Saban und dem französischen Fernsehsender TF1 bestehenden Investorengruppe. Nachdem der Heinrich Bauer Verlag am 12. März 2003 erklärt hatte, zwar weiterhin grundsätzlich an einer Übernahme der KirchMedia und ihrer Beteiligung an der ProSiebenSat.1 Media AG interessiert zu sein, sich aber nicht an einem Bieterverfahren beteiligen zu wollen, wurden die Verhandlungen nur noch mit dem Konsortium um Haim Saban fortgeführt und am 17. März 2003 mit der Unterzeichnung eines Kaufvertrags erfolgreich abgeschlossen. Die Saban Group ist eine private Investmentgruppe, die sich auf die Unterhaltungsindustrie spezialisiert hat und über jahrzehntelange Erfahrung im Fernsehgeschäft verfügt, die von der Produktion und dem Vertrieb von Kinder- und Familienprogrammen über den Filmrechtehandel bis hin zum Betrieb von Fernsehsendern reicht.
Finanzierung
Die Krise im Fernsehwerbemarkt hat sich im ersten Quartal 2003 fortgesetzt. Sinkende Investitionen der werbetreibenden Wirtschaft in die Fernsehwerbung belasten die Geschäftsentwicklung der ProSiebenSat.1-Gruppe auch im neuen Geschäftsjahr. Trotz der weiterhin schwierigen Situation im Fernsehwerbemarkt verfügt die ProSiebenSat.1-Gruppe über eine gesicherte Finanzierung und eine ausreichende Liquidität. Dazu hat u.a. die im Jahr 2002 erfolgte Umfinanzierung der Gesellschaft durch die Begebung einer Festzinsanleihe in Höhe von 200 Mio Euro beigetragen. Darüber hinaus haben sich die kreditgebenden Banken prinzipiell dazu bereit erklärt, die Gesellschaft mittelfristig weiter zu finanzieren, selbst wenn wider Erwarten kein Investor kurzfristig die Anteile der KirchMedia an der ProSiebenSat.1 Media AG übernehmen sollte. Für diesen Fall hat sich KirchMedia dazu verpflichtet, für den Zufluss von Eigenmitteln zur Finanzierung der Gesellschaft Sorge zu tragen.

Risikobericht
Leistungsfähiges System für das Risiko-Management
Die ProSiebenSat.1 Media AG hat im Geschäftsjahr 2002 ihr Risiko-Management weiter optimiert. Dabei liegt der Fokus auf den Fernsehsendern, die bei weitem den größten Teil des Umsatzes und des Ergebnisses beisteuern. Das Risiko-Management der ProSiebenSat.1-Gruppe gewährleistet eine frühzeitige Erkennung von Unternehmensrisiken und ermöglicht die Einleitung entsprechender Gegenmaßnahmen. Für alle messbaren und bedeutenden Risikobereiche wurden Frühwarnindikatoren definiert. Der Vorstand wird in monatlichen Berichten über die Risikoentwicklung anhand dieser Indikatoren informiert. Die vordefinierten Risikobereiche werden von verantwortlichen Mitarbeitern überwacht. Zusätzlich stellt ein Überwachungssystem die Einleitung von Gegenmaßnahmen sicher, sobald ein Indikator eine bestimmte Toleranzgrenze überschreitet.

Die Frühwarnindikatoren des Überwachungssystems umfassen im Wesentlichen die Entwicklung der ProSiebenSat.1-Gruppe im Zuschauer- und Werbemarkt, die Rentabilität und Attraktivität des Programmbestands, die Personalentwicklung sowie medienpolitische und -rechtliche Entwicklungen.
Detaillierte Analyse des Zuschauer- und Werbemarktes
Die ProSiebenSat.1-Gruppe ist mit ihren vier Fernsehsendern ProSieben, Sat.1, Kabel 1 und N24 Deutschlands größtes Fernsehunternehmen. Ihre Position im Zuschauermarkt wird täglich und detailliert anhand der AGF/GfK-Daten analysiert. Der Zuschauermarktanteil ist der wichtigste Frühwarnindikator für Veränderungen bei der Fernsehnutzung.

Die Entwicklung bei den Werbeerlösen analysiert die ProSiebenSat.1-Gruppe durch weitreichende Untersuchungsverfahren. Ausgehend vom Einbuchungsstand bei den Spots wird der Werbeumsatz für das Jahr hochgerechnet. Die Monatsberichte an den Vorstand listen die Ist- und Planwerte sowie die Vorjahreswerbeumsätze auf. Sie ermöglichen einen detaillierte Betrachtung der Umsatzentwicklung. Auch die Position der Wettbewerber sowie gesamt- und werbewirtschaftliche Entwicklungen fließen in die Analyse ein.
Auswirkungen des Irak-Kriegs unklar
Trotz der diversen Frühwarnindikatoren weist der Fernsehwerbemarkt seit Beginn der Rezession 2001 nur eine sehr geringe Visibilität auf. Der Wettbewerbsdruck im deutschen Fernsehwerbemarkt hat deutlich zugenommen. Auf Grund der ausbleibenden konjunkturellen Trendwende haben alle Marktteilnehmer mit einem erhöhten Kostendruck zu kämpfen. Hinzu kommt, dass sich bei allen Sendern 2002 nicht nur die Schere zwischen Brutto- und Nettowerbeerlösen erhöht hat, sondern auch erstmals in der Geschichte des deutschen Fernsehwerbemarktes deflationäre Preise zu beobachten sind.

Offen ist zum jetzigen Zeitpunkt, welche Folgen der Irak-Krieg für die deutsche Wirtschaft und insbesondere den Fernsehwerbemarkt haben wird. Durch eine weitere Schwächung der Konjunktur würde sich die Erholung im deutschen Werbemarkt voraussichtlich weiter verzögern. Mit einer Belebung der Werbekonjunktur rechnen Marktteilnehmer frühestens nach dem ersten Quartal 2003. In programmlicher Hinsicht hatte die ProSiebenSat.1-Gruppe jedenfalls frühzeitig alle notwendigen Vorbereitungen getroffen, um in ihren Programmen aktuell über den Krieg im Irak berichten zu können. Die zusätzlichen Kosten vor allem für den Nachrichtensender N24 wurden budgettechnisch berücksichtigt.
Veränderungen bei den deutschen Kabelnetzbetreibern
Für den dauerhaften Erfolg der Sender der ProSiebenSat.1-Gruppe im Werbemarkt sind hohe Zuschauerreichweiten die wichtigste Voraussetzung. Neben der Attraktivität des Programmangebots kommt es dabei vor allem auf die technische Verbreitung der Fernsehsender an. Die drei Vollprogramme der Gruppe, Sat.1, ProSieben und Kabel 1, verfügen über hohe technische Reichweiten. Sat.1 erreicht über Kabel, Satellit und Antenne 97 Prozent der rund 34 Millionen deutschen Fernsehhaushalte, ProSieben ist in 95 Prozent und Kabel 1 in 92 Prozent der Haushalte zu empfangen. Der Nachrichtensender N24 erreicht rund 67 Prozent der Fernsehhaushalte.

Die Liberalisierung des Kabelmarkts ist für die ProSiebenSat.1-Gruppe von großer Bedeutung. Mit dem Verkauf der sechs verbliebenen Kabelnetzgesellschaften der Deutschen Telekom AG an die Investorengruppe Goldmann Sachs, Apax Partners und Providence Equity ist zu erwarten, dass ein wesentlicher Schritt hin zu einer marktgerechten Modernisierung der Kabelnetze vollzogen werden kann. Bei den Kabelnetzbetreibern finden sich neue Akteure, zu deren Geschäftspolitik die Digitalisierung der Netze gehört. Mit dem Übergang von der analogen auf die digitale Verbreitung wird sich die Kapazität zur Übertragung von Fernsehprogrammen noch einmal vervielfachen. Damit eröffnen sich für die ProSiebenSat.1-Gruppe im Digitalzeitalter neue unternehmerische Perspektiven. Allerdings muss die Verbreitung der vier Fernsehprogramme Sat.1, ProSieben, Kabel 1 und N24 auch beim Übergang vom analogen in das digitale Zeitalter gesichert sein. Die ProSiebenSat.1-Gruppe stellt sich deshalb in den nächsten Jahren auf ein Simulcast ein, also auf die gleichzeitige analoge und digitale Verbreitung ihrer Programme.

Mit Blick auf die Einspeisung in digitale Kabelnetze ist die ProSiebenSat.1-Gruppe zuversichtlich, dass ihre vier Programme auf Grund ihrer Attraktivität, der hohen Zuschauerakzeptanz und ihres Vielfaltsbeitrages Kabelplätze erhalten werden, selbst wenn es keinen unmittelbaren Rechtsanspruch darauf gibt. Schließlich haben auch die für die Rundfunkgesetzgebung zuständigen Bundesländer deutlich gemacht, dass die Digitalisierung keinesfalls dazu führen soll, dass digital weniger Sender verbreitet werden als im analogen Kabel. Die ProSiebenSat.1 Media AG wird mit allen großen Kabelnetzbetreibern Verhandlungen über die analoge und digitale Einspeisung ihrer Programme führen. Die Position der Sender in der Frage der digitalen Einspeisung wurde im November 2002 auch durch eine Entscheidung des Oberlandesgericht Dresden im Fall ProSieben gegen den Kabelnetzbetreiber PrimaCom AG gestärkt. Danach dürfen Kabelanbieter Programme ausschließlich in Absprache mit den Fernsehveranstaltern digital einspeisen.

Im Zuge der Digitalisierung kann sich die Zahl der Programmangebote im Kabel künftig deutlich erhöhen. Die vier Sender der ProSiebenSat.1-Gruppe wären jedoch auch in einem noch stärker fragmentierten Fernsehmarkt in der Lage, ihre Wettbewerbspositionen im Free-TV-Bereich zu behaupten. Dafür dürften - unabhängig von den grundsätzlich hohen Markteintrittsbarrieren für jeden neuen Anbieter - insbesondere die große Bekanntheit der Sendermarken, die langfristig gesicherten Senderechte und die starke Position der Senderfamilie im Zuschauer- und Werbemarkt sorgen.

Gemeinsam mit allen deutschen Programmveranstaltern, der Europäischen Kommission und den Landesmedienanstalten setzt sich die ProSiebenSat.1 Media AG für den Einsatz offener Schnittstellen und Decodersysteme nach dem MHP-Standard ein. Die Pläne einzelner Kabelgesellschaften, proprietäre Decodersysteme zu installieren und an eigene Programminhalte zu binden, würde die Fernsehzuschauer bei der Nutzung zukünftiger TV-Angebote einschränken und von wichtigen Entwicklungen ausgrenzen. Die ProSiebenSat.1 Media AG beteiligt sich aktiv und auf breiter Ebene am gesellschaftlichen Diskurs, um diesen Restriktionen für den Fernsehzuschauer entgegenzusteuern.

Keine unmittelbaren Auswirkungen der KirchMedia-Insolvenz
Am 8. April 2002 hat der Hauptaktionär der ProSiebenSat.1 Media AG, die KirchMedia GmbH & Co. KGaA, beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Mit Beschluss vom 14. Juni 2002 wurde ein förmliches Insolvenzverfahren über das Vermögen der KirchMedia in Eigenverwaltung angeordnet. Die ProSiebenSat.1 Media AG und ihre Tochtergesellschaften bilden eine eigenständig finanzierte Unternehmensgruppe und waren zu keiner Zeit Teil des Insolvenzverfahrens und damit nicht von den unmittelbaren Auswirkungen der KirchMedia-Insolvenz betroffen. KirchMedia ist allerdings mit einem durchgerechneten Anteil von 52,52 Prozent Mehrheitsaktionär und bedeutendster Programmlieferant der Senderfamilie.

Darüber hinaus bestand mit Beta Digital, einem Tochterunternehmen von KirchPay-TV, das am 8. April 2002 ebenfalls Insolvenz anmeldete, ein Dienstleistungsvertrag über den analogen und digitalen Satelliten-Uplink und damit über die technische Übertragung der Sender Sat.1, ProSieben, Kabel 1 und N24. Mit Wirkung vom 20. Dezember 2002 wurden sämtliche Gesellschaftsanteile des technischen Dienstleisters von Premiere übernommen. Die technischen Übertragungswege wurden aus dem Geschäftsbetrieb der Beta Digital ausgegliedert und in einer eigenen Gesellschaft, der Digital Playout Center GmbH [DPC] gebündelt. Zur Zeit der Erstellung dieses Risikoberichts führt die ProSiebenSat.1 Media AG mit DPC Gespräche über eine Fortführung des Vertrags. Bei Bedarf können außerdem Angebote anderer technischer Dienstleister geprüft werden.

Im Zuge der Insolvenz der KirchMedia GmbH & Co. KGaA hat die ProSiebenSat.1-Gruppe die Lizenzprogramm- und Zulieferungsverträge mit der KirchMedia einer eingehenden rechtlichen Prüfung unterzogen. 42 Prozent des Programms, das im Geschäftsjahr 2002 ausgestrahlt wurde, hat die ProSiebenSat.1-Gruppe von der KirchGruppe bezogen. Die Senderfamilie geht auf Grund der juristischen Abklärungen davon aus, dass sämtliche von ihr erworbenen Rechte wie vorgesehen verwertet werden können. Noch in der zweiten Jahreshälfte 2002 hat KirchMedia mit zahlreichen Filmstudios Vergleichsvereinbarungen abgeschlossen. Im Gegenzug haben die Filmstudios die Wirksamkeit der von ihnen an KirchMedia eingeräumten Free-TV-Rechte bestätigt.
61 Prozent des Bedarfs an Lizenzprogrammen bei Sat.1, ProSieben und Kabel 1 bis 2005 gedeckt
KirchMedia ist der wichtigste, aber bei weitem nicht der einzige Programmlieferant der ProSiebenSat.1-Gruppe. Das Unternehmen unterhält langjährige Geschäftsbeziehungen zu vielen anderen Zwischenhändlern und Filmproduzenten. Die Lieferantenliste für Programme umfasste im Geschäftsjahr 2002 über 120 Adressen. Die ProSiebenSat.1-Gruppe erwirbt Programme unter Rendite- und Attraktivitätsgesichtspunkten. Mit den bis heute vertraglich gesicherten Programmrechten kann die ProSiebenSat.1-Gruppe rund 61 Prozent ihres Bedarfs an Lizenzausstrahlungen in ihren Vollprogrammen Sat.1, ProSieben und Kabel 1 bis zum Jahr 2005 decken.

Die ProSiebenSat.1 Media AG hat im Geschäftsjahr 2002 zahlreiche Verträge abgeschlossen, um die Programmversorgung ihrer Sender unabhängig von der Insolvenz der KirchMedia sicherzustellen. In mehreren Fällen hat die ProSiebenSat.1-Gruppe dabei auch Drei-Parteien-Verträge mit KirchMedia und US-Filmstudios abgeschlossen, nach denen die US-Filmstudios im Fall einer eventuellen künftigen Zahlungsunfähigkeit der KirchMedia die betreffenden Programmrechte unmittelbar an die ProSiebenSat.1-Gruppe einräumen können. So hat sich die Senderfamilie für die nächsten Jahre exklusiv die Filmproduktionen der Hollywood-Studios Disney, Touchstone, Miramax und Dimension gesichert. Es handelt sich um einen mehrjährigen Volumenvertrag über jährlich 20 bis 30 Spielfilme, eine Auswahl an TV-Movies sowie drei bis vier Serien pro Jahr. Darüber hinaus wurden im Dezember 2002 mehrere Filmverträge in insgesamt dreistelliger Millionenhöhe abgeschlossen. Die Verträge für Lizenzrechte von Senator, Epsilon, Highlight, Constantin, Tobis u.a. umfassen rund 100 Top-Spielfilme und Serien und reichen teilweise bis über das Jahr 2010 hinaus. Auch mit Lucasfilm Ltd. und Paramount Pictures wurden Vereinbarungen in insgesamt zweistelliger Millionenhöhe getroffen. Der Vertrag mit Lucasfilm garantiert der ProSiebenSat.1-Gruppe weiterhin langfristig exklusive Rechte an den Star-Wars-Filmen von Regisseur George Lucas, darunter die Free-TV-Premiere des Blockbusters "Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger". Außerdem wurden bei künftigen Filmstarts weitreichende Kooperationen mit dem Sender ProSieben vereinbart. Durch einen Vertrag mit Paramount stehen den Sendern der ProSiebenSat.1-Gruppe außerdem bis über das Jahr 2010 hinaus 14 Top-Spielfilme und TV-Movies sowie sechs neue Serien zur Verfügung.

Die Verträge über Programmpakete, Spielfilme und Serien werden in der Regel einige Jahre vor Ausstrahlung abgeschlossen. Um Investitionsrisiken zu mindern, werden die vertraglich gesicherten Senderechte regelmäßig im Hinblick auf ihre Erlöspotenziale überprüft. Als Frühwarnindikator dient u. a. die Gesamtrendite des Programmbestands. Für den wirtschaftlichen Erfolg eines Fernsehunternehmens sind in hohem Maße die Rentabilität und Attraktivität des Programmbestands ausschlaggebend. Mit vier komplementär programmierten und positionierten Sendern bieten sich der ProSiebenSat.1-Gruppe große Synergien beim Programmeinkauf und der -verwertung.
Unwirksamkeit der Garantieerklärung gegenüber Universal
Universal hat im Februar 2000 gegen KirchMedia und gegen verschiedene andere, mit KirchMedia verbundene Unternehmen eine Zahlungsklage auf Lizenzgebühren und Schadensersatz wegen angeblich nicht geleisteter Lizenzzahlungen eingereicht. Dabei wurde auch die frühere ProSieben Media AG als Beklagte aufgeführt. Grundlage der Forderungen sei eine Garantieerklärung gegenüber Universal, die der Gründer der KirchGruppe, Dr. Leo Kirch, für verbundene Unternehmen der KirchMedia gegeben habe. Nicht geklärt ist bis dato die Höhe der angeblichen Zahlungs- und Schadensersatzforderungen. Die ProSiebenSat.1 Media AG geht nach Überprüfung durch ihre Anwälte jedoch davon aus, dass diese Klage erfolglos bleibt, da Dr. Leo Kirch nie befugt war, die ProSiebenSat.1 Media AG bzw. eine ihrer Rechtsvorgängerinnen rechtlich zu vertreten. Universal hat bis jetzt in dem in Kalifornien anhängigen Verfahren denn auch nicht dargelegt oder begründet, warum Dr. Leo Kirch in Widerspruch zu den gesetzlichen Vertretungsregeln wirksam Verträge für ProSiebenSat.1 hätte abschließen können. Die ProSiebenSat.1 Media AG hat eine renommierte Anwaltskanzlei in Kalifornien mit ihrer Vertretung gegen die Forderungen von Universal beauftragt.

Spruchstellenverfahren nach Verschmelzung
Die Verschmelzung der Sat.1 Holding GmbH und der ProSieben Media AG auf die ProSiebenSat.1 Media AG im Geschäftsjahr 2000 hat ein Spruchstellenverfahren nach sich gezogen. Zwar haben die Stammaktionäre der Fusion auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 22. August 2000 einstimmig zugestimmt. Auch bei der gesonderten Versammlung der Vorzugsaktionäre am gleichen Tag fand die Transaktion eine klare Mehrheit: 99,43 Prozent des anwesenden Vorzugskapitals stimmten der Verschmelzung zu.

Trotzdem liegen auch der ProSiebenSat.1 Media AG die mittlerweile bei Fusionen üblich gewordenen Anträge auf Verbesserung des Umtauschverhältnisses im Spruchstellenverfahren vor. Elf Vorzugsaktionäre der ehemaligen ProSieben Media AG haben einen Anspruch auf eine sogenannte "bare Zuzahlung" geltend gemacht. Zur Begründung führen sie an, dass das Bewertungsverhältnis der beiden Unternehmen zu günstig für die Gesellschafter der Sat.1 Holding GmbH ausgefallen sei. Grundlage der Unternehmensbewertung ist jedoch ein unabhängiges Gutachten, das von der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Andersen erstellt und von dem gerichtlich bestellten Verschmelzungsprüfer, der BDO Deutsche Warentreuhand Aktiengesellschaft, bestätigt wurde.

Ob sich aus dem Spruchstellenverfahren finanzielle Belastungen ergeben werden, ist derzeit nicht abzusehen. Nach einer ersten mündlichen Verhandlung der Parteien vor dem Landgericht München I im April 2001 haben die gerichtlich bestellten Gutachter mit der Prüfung des Sachverhaltes begonnen. Die ProSiebenSat.1 Media AG hat den Sachverständigen bereits umfangreiche Unterlagen übergeben und stand den Gutachtern als Gesprächspartner zur Verfügung. Mit einer Fertigstellung des Gutachtens wird derzeit in der ersten Jahreshälfte 2003 gerechnet.
Aktive Teilnahme am nationalen und europäischen politischen Meinungsbildungsprozess
Die ProSiebenSat.1-Gruppe beteiligt sich auf allen Ebenen aktiv am Prozess der medienpolitischen Meinungsbildung, um sich für die Liberalisierung der rechtlichen Rahmenbedingungen einzusetzen und möglichen Restriktionen entgegensteuern zu können. Hinzu kommt, dass das duale System aus öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk angesichts sinkender Investitionen in Fernsehwerbung zunehmend in eine gefährliche Schieflage gerät. Seit dem Jahr 2000 konnten die öffentlich-rechtlichen Anstalten rund 600 Mio Euro mehr an Gebühreneinnahmen verzeichnen, während der Fernsehwerbemarkt im gleichen Zeitraum um rund 600 bis 700 Mio Euro geschrumpft ist. Die ohnehin große Schere zwischen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und den Privatsendern hat sich damit in nur zwei Jahren um weitere 1,2 bis 1,3 Mrd Euro zugunsten von ARD und ZDF geöffnet.

So wird auf deutscher und europäischer Ebene darüber diskutiert, wie man die Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen öffentlich-rechtlichem und privaten Rundfunk zügig vorantreiben kann. Dazu gehören vor allem eine Liberalisierung der "historisch" überholten und teilweise unnötigen Werbevorschriften sowie die Erweiterung der Refinanzierungsbasis des privaten Rundfunks durch eine optimale Ausnutzung des europäischen und des nationalen Rechts. Gleichzeitig geht es darum, weiterhin Produktwerbeverbote auf europäischer und nationaler Ebene zu verhindern. Um in der allgemein schlechten wirtschaftlichen Lage erfolgreich bestehen zu können und die Programme zu refinanzieren, benötigen die privaten Veranstalter einen größeren Freiraum bei der Platzierung von Werbung und bei neuen Werbeformen. Hier versucht die ProSiebenSat.1 Media AG den Gesetzgeber und die Aufsichtsbehörden davon zu überzeugen, die Einführung neuer integrierter und konvergenter Kommunikationskonzepte zu ermöglichen, um zusätzliche Werbekunden zu gewinnen, die ihre Zielgruppen über alle audiovisuellen Medien der ProSiebenSat.1-Gruppe erreichen.

Grundsätzlich vertritt die ProSiebenSat.1-Gruppe den Standpunkt, dass der öffentlich-rechtliche und der private Rundfunk unter eine einheitliche Aufsicht beispielsweise bei Einhaltung der Werbe- und der Jugendschutzbestimmungen gestellt werden sollte.

Der medienpolitische Diskurs erstreckt sich darüber hinaus auf die europäischen Regulierungsvorgaben im Fernsehsektor. Mit der Veröffentlichung des Evaluierungsberichts über die Anwendung der Richtlinie "Fernsehen ohne Grenzen" hat die Europäische Kommission zugleich auch ein Arbeitsprogramm zur Überprüfung und Überarbeitung der bestehenden Fernsehrichtlinie veröffentlicht. Im Rahmen der geplanten Revision werden neben der Frage des generellen Anwendungsbereichs der Richtlinie und der Regelung der Filmförderung auf europäischer Ebene unter anderem auch die in der Richtlinie enthaltenen werberechtlichen Vorschriften zur Diskussion gestellt. Von einer Verschärfung der europäischen Richtlinie ist aus heutiger Sicht nicht auszugehen.
Kabel- und Satellitenrichtlinie
Am 26. Juli 2002 hat die Europäische Kommission im Rahmen des Anwendungsberichts über die Anwendung der Richtlinie 93/83/EWG [Kabel- und Satellitenrichtlinie] die Frage untersucht, ob die Richtlinie in ausreichendem Umfang in nationales Recht umgesetzt wurde und einzelne Bestimmungen einer Konkretisierung oder Änderung bedürfen.

Im Rahmen dieses Prozesses hat sich die ProSiebenSat.1 Media AG durch Gespräche in Brüssel und schriftliche Stellungnahmen dafür eingesetzt, dass der Vorrang der Vertragsfreiheit bestehen bleibt und die Verbreitungsrechte auf vertraglicher Grundlage von den Kabelnetzbetreibern bei den Verwertungsgesellschaften und den Sendeunternehmen erworben werden. Außerdem muss das für Rundfunkveranstalter unabdingbare Sendestaatsprinzip beibehalten und das Recht der Sendeunternehmen, die Einspeisung und Weiterverbreitung zu gestatten oder zu verbieten, weiterhin gewährleistet werden.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist davon auszugehen, dass es gelingen wird, die Europäische Kommission zu überzeugen, die Kabel- und Satellitenrichtlinie nicht zu ändern.
Änderungen beim Jugendschutz
Im Herbst 2002 wurde der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag von den Ministerpräsidenten der Bundesländer verabschiedet. Die neuen Regelungen werden am 1. April 2003 in Kraft treten. Die ProSiebenSat.1-Gruppe bewertet die Neuregelung grundsätzlich positiv, nicht zuletzt weil die Selbstkontrolleinrichtung des privaten Fernsehens als Regulierungsinstanz erstmals staatsvertraglich akzeptiert wird. Nunmehr geht es in naher Zukunft vor allem um die praktische Umsetzung und Durchführung der neuen Bestimmungen. In diesem Zusammenhang muss besonders sorgfältig beobachtet werden, wie sich das Verhältnis zwischen Aufsichtsinstanzen und Selbstkontrolleinrichtungen tatsächlich entwickelt. Diesbezüglich sind die ProSiebenSat.1 Media AG, der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation sowie die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen [FSF] Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e.V. in Berlin. 1993 vom VPRT gegründete Organisation mit dem Ziel, durch eine sachgerechte und differenzierte Prüfung von Sendungen in der Regel vor deren Ausstrahlung, eine Gefährdung, Beeinträchtigung, soziale und/oder ethische Desorientierung von Kindern und Jugendlichen zu verhindern. im ständigen Diskurs mit den Landesmedienanstalten. Sie vertreten gemeinsam die Position, dass der staatsvertraglich anerkannte Beurteilungsspielraum der FSF nicht durch durch eine Vielzahl von Richtlinien eingeengt werden darf.
Reform der deutschen Filmförderung
Mit der geplanten Reform der deutschen Filmförderung zum 1. Januar 2004 will die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für die Produktion und Auswertung von Kinofilmen in Deutschland verbessern. In diesem Zusammenhang wurde bereits 2001 ein sogenanntes "Filmpolitisches Konzept" vorgelegt, das auch nach dem Wechsel des zuständigen Ministers weitergeführt werden soll. Es sieht u.a. vor, die Lizenzdauer für Senderechte bei geförderten Filmen zugunsten der Filmproduzenten und zu Lasten der Sender zu verkürzen und die Beiträge der Fernsehsender für die Filmförderungsanstalt [FFA] zu erhöhen. Beide Änderungen hätten für die ProSiebenSat.1 Media AG einen Anstieg der Kosten zur Folge. Um eine Regelung im Sinne der Sender zu erreichen, stehen alle Beteiligten im "Bündnis für den Film" in intensiven Gesprächen.

Beziehung zu verbundenen Unternehmen
Gemäß den Vorschriften des § 312 Aktiengesetz [AktG] hat die ProSiebenSat.1 Media AG einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt, der mit der Erklärung abschließt: "Rechtsgeschäfte mit Dritten auf Veranlassung oder im Interesse der TaurusHolding GmbH & Co. KG oder mit ihr verbundener Unternehmen hat die ProSiebenSat.1 Media AG im Berichtsjahr nicht vorgenommen. Berichtspflichtige Maßnahmen im Sinne des § 312 AktG wurden weder getroffen noch unterlassen. Bei den im Berichtsjahr mit der TaurusHolding GmbH & Co. KG und den verbundenen Unternehmen vorgenommenen Rechtsgeschäften hat die ProSiebenSat.1 Media AG in jedem Einzelfall eine angemessene Gegenleistung im Sinne des § 312 AktG vereinbart und - soweit dies im Berichtsjahr zu erfüllen war - erhalten."

Ausblick
Gedämpfte Konjunkturprognosen für Deutschland
Für 2003 zeichnet sich in Deutschland noch keine konjunkturelle Trendwende ab. Allerdings lassen die vorliegenden Daten auch keine eindeutigen Rückschlüsse auf die künftige gesamtwirtschaftliche Entwicklung zu. Die führenden Wirtschaftsinstitute sind sich jedoch einig, dass für das Jahr 2003 kein deutlicher Aufschwung zu erwarten ist. Die verschiedenen Prognosen sehen derzeit ein Wachstum von 0,6 bis 1,1 Prozent vor. Dabei berücksichtigen die Einschätzungen der Experten noch nicht die möglichen Auswirkungen des Irak-Kriegs, der zu einer erheblichen Belastung der ohnehin nicht sehr robusten Weltkonjunktur führen kann. Zusätzlich könnten sich Kursverluste an den Aktienmärkten und eine abrupte Dollar-Abwertung negativ auf die Wirtschaft auswirken.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hält ein Wachstumsszenario von einem Prozent für wahrscheinlich. Der zaghafte Aufschwung steht jedoch unter dem Vorbehalt eines günstigen weltwirtschaftlichen Umfelds, solange die Binnennachfrage keine eigene Dynamik entwickelt. Laut ifo-Geschäftsklimaindex, einem vielbeachteten Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung, hat sich die Stimmung in der westdeutschen Wirtschaft auf niedrigem Niveau stabilisiert. Erstmals seit Mai 2002 verbesserte sich der Index im Januar 2003 minimal. Daraus lässt sich allerdings noch keine Trendwende ableiten.
Geringe Visibilität des Werbemarkts
Vor dem Hintergrund der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weist der Werbemarkt für 2003 eine unverändert geringe Visibilität auf. Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft [ZAW] rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Wachstum der gesamten Werbeinvestitionen um ein Prozent auf 30,3 Mrd Euro. Grundlage der Prognose ist eine Befragung von werbetreibenden Firmen, Agenturen und Medien. Eine von der ProSiebenSat.1-Gruppe in Auftrag gegebene Untersuchung des Forschungsinstituts Prognos geht für das laufende Jahr von einer Steigerung der Werbeeinnahmen von zwei Prozent aus. Für den gesamten europäischen Fernsehwerbemarkt rechnet die international operierende Werbeagentur Zenith Optimedia mit einem Wachstum von 2,5 Prozent für 2003. Die Werbeklimasstudie I/2003 der GfK-WirtschaftsWoche erwartet für spätestens Mitte des kommenden Jahres einen Aufschwung der deutschen Werbekonjunktur.
Unsichere Aussichten für das Gesamtjahr
Die ProSiebenSat.1 Media AG rechnet auf Grund der negativen konjunkturellen Rahmenbedingungen auch für das erste Quartal 2003 mit einem weiterhin stark rückläufigen Fernsehwerbemarkt. Eine echte Belebung ist, wenn überhaupt, nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2003 zu erwarten. Die Aussichten für das Gesamtjahr bleiben unsicher. Unklar ist auch, welche Folgen der Krieg im Irak auf die Wirtschaft und das Konsumklima in Deutschland haben wird. Insofern verbieten sich bis auf weiteres detaillierte Prognosen über den Geschäftsverlauf 2003.

Vor diesem Hintergrund wird die ProSiebenSat.1-Gruppe ihr straffes Kostenmanagement weiter forcieren. Dadurch werden sich die Gesamtkosten auf Konzernebene nochmals um einen hohen zweistelligen Millionenbetrag reduzieren. Positiv auf die Erfolgsrechnung des Unternehmens wird sich u.a. der Wegfall der hohen Kosten für die Fußballweltmeisterschaft auswirken, die den Programm- und Materialaufwand 2002 mit insgesamt 54 Mio Euro belastet hat. Im Kerngeschäft Fernsehen fokussiert sich die ProSiebenSat.1-Gruppe vor allem auf die weitere Restrukturierung des Senders Sat.1. Er weist das größte Ertragssteigerungspotenzial innerhalb der Senderfamilie auf. Der Nachrichtensender N24, der innerhalb der Sendergruppe die Nachrichtenformate produziert, soll nach den Planungen bis zum Jahr 2005 schwarze Zahlen schreiben. Dazu wird auch ein Kostensenkungsprogramm beitragen, das bereits 2003 zu weiteren Einsparungen im gesamten Nachrichtenbereich der ProSiebenSat.1-Gruppe in zweistelliger Millionenhöhe führen wird.