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Sat.1: "powered by emotion"
 Unternehmen  Sat.1
 Rechtsform  GmbH
 Gründung  1984
 Beteiligung  100%
 Unternehmenstyp  Fernsehsender
 Hauptaktivitäten
 
 Veranstaltung eines werbefinanzierten
 Vollprogramms
 Geschäftsführung  Jürgen Doetz, Martin Hoffmann
 Adresse
 
 
 
 
 Jägerstr. 32
 10117 Berlin
 Tel.+49 30 20 90-0
 Fax +49 30 20 90-20 90
 www.Sat1.de
Wirtschaftliche Lage
Sat.1 festigt Position im Werbemarkt
Mit einer leichten Steigerung des Brutto-Werbemarktanteils um 0,1 Prozentpunkte auf 19,8 Prozent zählte Sat.1 im Geschäftsjahr 2002 zu den drei erfolgreichsten Fernsehsendern im deutschen Fernsehwerbemarkt. ProSieben erreichte einen Marktanteil von 20,1 Prozent, RTL erzielte 29,4 Prozent.
Sportereignisse prägen den Zuschauermarkt 2002
Das Fernsehjahr 2002 war von sportlichen Großereignissen wie der Winter-Olympiade und der Fußball-Weltmeisterschaft geprägt, die auf den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF übertragen wurden. Sat.1 erzielte in der für die werbungtreibende Wirtschaft entscheidenden Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen einen durchschnittlichen Marktanteil Im Fernsehen prozentualer Anteil der Sehdauer für einen Sender oder eine Sendung an der Gesamtsehdauer aller Zuschauer oder bestimmter Zielgruppen im Betrachtungszeitraum. Die TV-Marktanteile werden in Deutschland von der GfK Fernsehforschung erhoben. von 11,1 Prozent nach 11,6 Prozent im Vorjahr. Bei allen Zuschauern [ab drei Jahre] kam der Sender mit 9,9 Prozent annähernd auf das Niveau von 2001 von 10,1 Prozent.
Sat.1 - Fernsehen mit Emotionen
Sat.1 versteht sich als Fernsehen für die moderne Familie, das sich vor allem auf die 25- bis 49-jährigen Zuschauer fokussiert. Nach Image-Untersuchungen des Monheimer Instituts und der SevenOne Media vom November 2002 wird Sat.1 als sympathischer Sender für die ganze Familie mit emotional starker Ausstrahlung wahr genommen. Der Claim "powered by emotion" ist bekannt und wird als passend für das Programm gesehen. Starke Programm-Marken, insbesondere im Bereich der deutschen fiktionalen Eigenproduktion prägen das unverwechselbare Profil des Senders. Hinzu kommen TV-Events, Comedy- und Unterhaltungsprogramme sowie Sportberichterstattung als weitere Programmsäulen.

Sat.1 wurde im vergangenen Jahr mehrfach mit dem Deutschen Fernsehpreis prämiert. Unter anderem erhielt der Sender Auszeichnungen für den besten Fernsehfilm ["Der Tanz mit dem Teufel"], die beste Serie ["Edel & Starck"], die beste Comedy ["Ladykracher"] und die beste tägliche Sendung ["Richterin Barbara Salesch"]. Bei einer forsa-Umfrage im Auftrag der SevenOne Media erhielt Sat.1 im Herbst 2002 im Bereich der Late-Night-Shows, des Frühstücksfernsehens, bei den Gerichtsshows, der Fußball-Berichterstattung und bei den Arzt- und Krankenhausserien jeweils die beste Bewertung.


Erfolgreiche und hochwertige Eigenproduktionen
Als eines der Markenzeichen von Sat.1 haben sich in den letzten Jahren die hochwertigen Eigen- und Auftragsproduktionen etabliert. "Der große Sat.1-Film" erzielte mit Erstausstrahlungen der TV-Movie-Reihe 2002 einen durchschnittlichen Marktanteil von 16,1 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.

Auch 2002 setzte Sat.1 mit seinen Event-Produktionen Maßstäbe. Der Zweiteiler "Die Nebel von Avalon" erreichte einen Marktanteil von 23,3 Prozent der 14- bis 49-jährigen Zuschauer. Die Sat.1-Produktionen "Wambo" und "Der Tanz mit dem Teufel - Die Entführung des Richard Oetker" wurden darüber hinaus mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Das unterstreicht die Qualität des Programmangebots.

Bei den Serien- und Reihenproduktionen entwickelten sich die neu eingestarteten Formate "Edel & Starck", "Broti & Pacek" und "Blond: Eva Blond!" positiv und erreichten in der Prime Time Marktanteile zwischen 13,8 und 16,3 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. "Edel & Starck" erhielt den Deutschen Fernsehpreis als beste Serie und Christoph M. Ohrt wurde zusätzlich als bester Schauspieler Serie ausgezeichnet. Auch "Der Bulle von Tölz", "Kommissar Rex" mit neuer Besetzung und "Wolffs Revier" holten bei den Erstausstrahlungen Marktanteile von bis zu 21,6 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe.
Innovative Comedy gehörte auch 2002 zum Markenzeichen des Senders. Neue Formate wie Anke Engelkes "Ladykracher", "Mensch Markus" mit Markus Maria Profitlich und "Axel!" mit Axel Stein erreichten durchschnittlich Marktanteile von 11,7 bis 18,2 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen und wurden 2002 mit dem Deutschen Comedy Preis ausgezeichnet. "Ladykracher" erhielt zusätzlich den Deutschen Fernsehpreis als beste Comedy. "Die Harald Schmidt Show" wurde mit dem Adolf Grimme Preis ausgezeichnet und gewann im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 250.000 regelmäßige neue Zuschauer hinzu. Die Late-Night-Show erzielte mit durchschnittlich 1,26 Mio Zuschauern die höchste Zuschauer-Jahresreichweite seit ihrem Sendestart im Dezember 1995.
Auch die Sportberichterstattung erzielte gute Imagewerte. Laut einer Forsa-Umfrage wählten 45,2 Prozent der befragten 14- bis 49-Jährigen die Fußball-Berichterstattung in "ran - Sat.1-Bundesliga" auf den ersten Platz.

In der Day Time wiesen die Talkshows "Franklin - Deine Chance um 11", "Vera am Mittag" und "Britt - Der Talk um Eins" eine stabile Marktanteilsentwicklung auf. Sowohl die Sat.1-Court-Shows als auch die Psycho-Show "Zwei bei Kallwass" sind Originale und haben am Nachmittag Trends im deutschen Fernsehen gesetzt. "Zwei bei Kallwass" und "Richter Alexander Hold" überzeugten mit Marktanteilen von 16,8 bzw. 20,9 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe. "Richterin Barbara Salesch" konnte sich im Vergleich zu 2001 erneut steigern und erzielte im Jahr 2002 einen durchschnittlichen Marktanteil von 23,6 Prozent bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern.


Finanz-, Vermögens- und Ertragslage
Fußballweltmeisterschaft belastet Ertragslage
Der stark rückläufige Fernsehwerbemarkt hat die Geschäftsentwicklung von Sat.1 im Jahr 2002 negativ beeinflusst. Darüber hinaus führten Sondereffekte wie die Fußballweltmeisterschaft zu einer deutlichen Ergebnisbelastung. Die Ausstrahlung der Fußballweltmeisterschaft in Sat.1 konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Bei Rechte- und Produktionskosten von 54 Mio Euro für das Sport-Großereignis konnten auf Grund des schwachen Werbemarkts nur Erlöse von 29 Mio Euro erzielt werden. Negativ auf das Sat.1-Ergebnis haben sich zusätzlich auch die bislang hohen Rechtekosten für die Fußball-Bundesliga ausgewirkt. Insgesamt konnte Sat.1 im Geschäftsjahr 2002 einen Umsatz von 777 Mio Euro nach 831 Mio Euro im Vorjahreszeitraum verzeichnen. Das entspricht einem Rückgang von sechs Prozent. Das Ergebnis vor Steuern lag bei minus 98 Mio Euro nach minus 77 Mio Euro im Vorjahr.
 
 
Insgesamt stand den Umsatzverlusten in Höhe von 54 Mio Euro ein Ergebnisrückgang von 21 Mio Euro gegenüber. Die deutlichen Umsatzeinbußen konnten durch ein straffes Kostenmanagement teilweise kompensiert werden. Ohne Berücksichtigung der Fußballweltmeisterschaft hat sich die Kostenstruktur des Senders seit 2000 sogar deutlich um 73 Mio Euro verbessert. Die Kostenoptimierung zeigt sich auch beim Programm- und Materialaufwand. Bereinigt um den Sondereffekt der Fußball-WM, lag diese Position um fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Insgesamt erhöhte sich der Programm- und Materialaufwand bei Sat.1 um zwei Prozent auf 803 Mio Euro. Der Werteverzehr auf das Programmvermögen Das Programmvermögen beinhaltet Spielfilme, Serien und Auftragsproduktionen sowie geleistete Anzahlungen. Spielfilme und Serien zählen ab Beginn der vertraglichen Lizenzzeit zum Programmvermögen, Auftragsproduktionen werden nach Fertigstellung, die mit der Abnahme erfolgt, als sendefähiges Programmvermögen aktiviert. stieg auf Grund der Fußball-WM von 660 Mio Euro im Vorjahr auf 675 Mio Euro. Der darin enthaltene außerplanmäßige Werteverzehr Unter Werteverzehr versteht man den Verbrauch [Verzehr] von Gütern, Dienstleistungen und Rechten im betrieblichen Produktionsprozess. Jeder Werteverzehr führt folglich zu einer Verminderung des Nettovermögens. nahm um 14 Prozent auf 49 Mio Euro zu. Außerplanmäßiger Werteverzehr auf Spielfilme, Serien und Auftragsproduktionen erfolgt, wenn die Kosten des Programms voraussichtlich nicht durch die zukünftigen Erlöse gedeckt werden können. Der Werteverzehr auf Programmvermögen ist wesentlicher Bestandteil des Programm- und Materialaufwands in der Gewinn- und Verlustrechnung. Darin sind auch Aufwendungen für Lizenzen, Sendegebühren und Materialien sowie Herstellungsgebühren enthalten.

Das periodenfremde Ergebnis lag 2002 mit 21 Mio Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 5,7 Mio Euro. Die Erhöhung ist im Wesentlichen auf Zuschreibungen auf das Programmvermögen zurück zu führen. Sie werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen, die im Periodenvergleich um 32 Prozent auf 58 Mio Euro zunahmen. Zuschreibungen auf das Programmvermögen erfolgen, wenn Lizenzprogramme oder Auftragsproduktionen hinsichtlich des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens zu niedrig bewertet sind. Sie sind nach deutschem Recht zwingend vorzunehmen.

Der Jahresüberschuss war auf Grund des Ergebnisabführungsvertrags mit der ProSiebenSat.1 Media AG ausgeglichen.
Personalrückgang um 30 Prozent
Die Sat.1 Satellitenfernsehen GmbH beschäftigte im Geschäftsjahr 2002 durchschnittlich 186 Mitarbeiter. Das entspricht einem Rückgang von 30 Prozent. Der Personalaufwand reduzierte sich um 22 Prozent auf 16 Mio Euro. Dies lässt sich im Wesentlichen auf die Bündelung der Nachrichtenformate auf N24 zurück führen. Der Bereich "Information und Magazine" ging bereits im Juli 2001 auf N24 über. N24 ist der zentrale Nachrichtendienstleister aller Sender der ProSiebenSat.1-Gruppe und produziert die News-Formate von Sat.1, ProSieben und Kabel 1. Der Übergang spiegelte sich erst 2002 vollständig in den durchschnittlichen Mitarbeiterzahlen wider.

Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter von Sat.1 lag 2002 bei 37 Jahren. Im redaktionellen Bereich bildete der Sender im Jahresverlauf fünf Volontäre und Trainees aus. Die Zahl der Hospitanten und Praktikanten lag bei 84.

Forderungen deutlich reduziert
Die Bilanzsumme von Sat.1 reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 701 Mio Euro. Auf der Aktivseite ist die Bilanzverkürzung auf das geringere Umlaufvermögen zurück zu führen. Der Anteil des Umlaufvermögens an der Bilanzsumme lag Ende 2002 bei 87 Prozent.
Sat.1 Programminvestitionen und Werteverzehr
Der Rückgang des Umlaufvermögens ist im Wesentlichen auf die geringeren Forderungen zurück zu führen. Insgesamt lagen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände mit 97 Mio Euro um 51 Prozent oder 103 Mio Euro unter dem Bestand zum Ende des Jahres 2001. Ausschlaggebend war vor allem der Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um rund 70 Mio Euro auf 47 Mio Euro. Sie enthalten im Wesentlichen den erstmals saldierten Bestand der Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, insbesondere gegenüber der ProSiebenSat.1 Media AG. Im Gegensatz zum Vorjahr wurden nicht nur die Forderungen und Verbindlichkeiten der Sat.1-Gruppe, sondern auch des ProSiebenSat.1-Konzerns saldiert. Darin enthalten ist auch die Ergebnisabführung von Sat.1 an die Muttergesellschaft. Darüber hinaus führten die geringeren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der Rückgang der sonstigen Vermögensgegenstände zu einer Minderung des Forderungsbestands.
Programmvermögen ist der wichtigste Aktivposten
Mit einem Anteil von 73 Prozent an der Bilanzsumme ist das Programmvermögen der wichtigste Aktivposten von Sat.1. Es wurde zum Stichtag 31. Dezember 2002 mit 513 Mio Euro bilanziert. Das entspricht einem Rückgang um fünf Prozent. Die Programminvestitionen von Sat.1 beliefen sich auf 658 Mio Euro und lagen damit um 82 Mio Euro unter dem Vorjahreswert von 740 Mio Euro.

Das bilanzierte Programmvermögen von Sat.1 umfasst hauptsächlich Spielfilme und Serien sowie Auftragsproduktionen, die zur einmaligen und mehrfachen Ausstrahlung vorgesehen sind. Zusätzlich verfügt der Sender über einen vertraglich gesicherten, noch nicht aktivierten Programmstock, der aus exklusiven Senderechten im Wert von insgesamt 491 Mio Euro besteht. Zum 31. Dezember 2002 belief sich damit das gesamte, vertraglich gesicherte Programmvermögen für Sat.1 auf 1,004 Mrd Euro.

Diese Senderechte umfassen insgesamt 7.851 Programmstunden an Spielfilmen, Serien, Unterhaltung und Magazinen. Ein großer Teil dieser Programme ist für die Ausstrahlung am Vorabend oder am Hauptabend geeignet: Zwischen 17.00 Uhr und 23.00 Uhr werden die höchsten Reichweiten und Werbeeinnahmen erzielt. Das gesamte Erlöspotenzial des Programmstocks liegt bei rund 1,3 Mrd Euro. Mit den bis zum 31. Dezember 2002 vertraglich gesicherten Programmrechten kann der Sender rund 64 Prozent seines Bedarfs an Lizenzprogrammen für die umsatzrelevanten Sendezeiten bis zum Jahr 2005 decken. Damit verfügt Sat.1 über eine äußerst solide Programmgrundlage.
Eigenkapitalausstattung verbessert
Auf der Passivseite spiegelt sich die verbesserte Eigenkapitalausstattung von Sat.1 wider. Durch Gesellschafterbeschluss wurden 360 Mio Euro neu in die Kapitalrücklage eingestellt. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich dadurch von zehn Prozent zum Stichtag 31. Dezember 2002 auf 63 Prozent. Insgesamt lagen die Eigenmittel bei 444 Mio Euro. Damit verfügt Sat.1 über eine äußerst solide Eigenkapitalgrundlage.

Auf Grund der verbesserten Eigenkapitalausstattung konnten die gesamten Verbindlichkeiten um 67 Prozent auf 237 Mio Euro zurück geführt werden. Ihr Anteil an der Bilanzsumme verringerte sich von 86 Prozent Ende 2001 auf 34 Prozent. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, insbesondere gegenüber der ProSiebenSat.1 Media AG, gingen von 603 Mio Euro auf 133 Mio Euro zurück.

Forschung und Entwicklung
Backdoor-Piloten setzen sich als Programminnovation durch
In kaum einer anderen Branche lassen sich Erfolg und Misserfolg so schnell messen wie im Fernsehmarkt. Bereits am Morgen nach der Ausstrahlung liegen die detaillierten Daten der GfK [Gesellschaft für Konsum und Werbeforschung] Tochtergesellschaft der GfK Gesellschaft für Konsumforschung. Die GfK erforscht seit 1985 die Fernsehnutzung von privaten Fernsehhaushalten in Deutschland durch elektronische Messgeräte. Mit 5.200 Panel-Haushalten in Deutschland - das entspricht etwa 71,67 Mio Personen ab drei Jahren in Fernsehhaushalten - und personenindividueller Messung stellt es das größte und genaueste Panel zur Fernsehzuschauerforschung in Europa dar. Seit 2001 werden auch EU-Ausländer im Panel berücksichtigt. über die Zuschauerreichweiten und Marktanteile der Programme und Werbeblöcke vor. Sie sind das wichtigste Steuerinstrument für die Programmverantwortlichen und dienen gleichzeitig als Leistungsnachweis für Werbekunden.

Für Sat.1 besitzt die Zuschauer-, Programm- und Werbeforschung einen hohen Stellenwert. Die Primär- und Sekundärforschung für die gesamte ProSiebenSat.1-Gruppe ist zentral bei der SevenOne Media GmbH gebündelt. Sie erstellt im Auftrag der Sender Programm- und Formatanalysen von Gruppendiskussionen über Studiotests bis zu gruppendynamischen, psychologischen Gesprächsrunden, Kreativworkshops und Sinus-Milieu-Studien. Die Untersuchungsergebnisse liefern nicht nur wichtige Rückschlüsse für die Programm-, Marketing- und Kommunikationsstrategie der Sender, sondern auch für die Vermarktung.
Sat.1: Anteil der Eigen- und Auftragsproduktionen
Hochwertige Eigenproduktionen prägen das Programmprofil und zählen zur Kernkompetenz des Senders. Für Sat.1 ist die Entwicklung von neuen und innovativen Formaten von großer Bedeutung. Mit 76 Prozent und 6.672 ausgestrahlten Programmstunden im Jahr 2002 weist Sat.1 den höchsten Anteil eigen- und auftragsproduzierter Sendungen unter allen deutschen Privatsendern auf. Sat.1 investiert in hohem Maß in neue Sendungen und setzt Maßstäbe für die Produktionsqualität im deutschen Fernsehen. Im vergangenen Jahr wurden 178 Drehbücher in Auftrag gegeben und sechs Pilotfilme produziert. Ingesamt hat Sat.1 über zehn Mio Euro für die Entwicklung neuer Formate aufgewendet. Im Vorjahr lagen die Entwicklungskosten bei rund fünf Mio Euro. Der Anstieg ist auf die Einführung von Backdoor-Piloten zurück zu führen. Bei dieser innovativen Progammidee bestimmen die Zuschauer, welches Programm in die Serienproduktion gehen soll. Im Jahr 2002 entschied die Mehrheit der Zuschauer, dass die drei Formate "Körner und Köter", "Der Elefant - Mord verjährt nie" und "Mit Herz und Handschellen" als Serien produziert werden.

Nach Abschluss des Geschäftsjahres
Gelungene Neustarts der Comedy-Formate
Zu Beginn des neuen Geschäftsjahres konnte Sat.1 seine Marktposition ausbauen. Bei allen Zuschauern ab drei Jahren erzielte der Sender in den ersten zweieinhalb Monaten des Jahres 2003 [bis 15. März 2003] einen Marktanteil von 9,8 Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen erreichte Sat.1 einen Marktanteil von elf Prozent. Dabei kann der Sender in den ersten Monaten des Jahres 2003 eine Reihe erfolgreicher Sendestarts vorweisen: Auf dem Sendeplatz am Freitagabend um 22.15 Uhr erzielte die Sketch-Comedy "Die Dreisten Drei - Die Comedy WG" mit einem durchschnittlichen Marktanteil von 19,4 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe. Hugo Egon Balders prominent besetzte Comedy-Show "Genial daneben - Die Comedy Arena" erreichte am Samstagabend bereits bis zu 16,6 Prozent Marktanteil. Die jeweils zweiten Staffeln von "Ladykracher" und "Mensch Markus" konnten nahtlos an den Erfolg ihrer ersten Staffeln anknüpfen und erzielten Marktanteile von 23,1 und 16,5 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Besonders erfreulich ist das Vorabend-Format "Lenßen & Partner", das seit dem 10. März 2003 montags bis freitags um 18:00 Uhr ausgestrahlt wird und bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern auf Anhieb Marktanteile von über 16 Prozent erreichte.
Weiterhin Interesse an der Fußballbundesliga
Sat.1 hat eine Option auf den Erwerb der Free-TV-Rechte für die nächste Saison der Fußball-Bundesliga Ende Januar 2003 nicht ausgeübt. Das wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen. Der Sender ist dennoch weiterhin an der Ausstrahlung der Fußball-Bundesliga interessiert, die als strategisches Produkt gesehen wird. Dem Rechteinhaber, dem Schweizer Vermarktungsunternehmen Infront, wurde mitgeteilt, dass Sat.1 künftig eine längerfristige Zusammenarbeit bevorzugt und über einen Dreijahresvertrag für die Fußballbundesligarechte verhandeln möchte. Für den Fall, dass die Rechte jedoch von einem anderen Sender erworben werden sollten, bereitet Sat.1 derzeit eine Alternativprogrammierung vor.

Ausblick
Sat.1 hat das Ziel, im Jahr 2003 die operative Gewinnzone zu erreichen. Dies kann allerdings nur in einem stabilen Marktumfeld gelingen. Zur Zeit zeichnet sich in Deutschland jedoch noch keine Trendwende im Werbemarkt ab. Vor diesem Hintergrund wird Sat.1 das straffe Kostenmanagement insbesondere beim Programmaufwand fortsetzen. Dabei wird sich u.a. der Wegfall der hohen Kosten für die Fußballweltmeisterschaft, die den Sendeaufwand 2002 mit insgesamt 54 Mio Euro belastet hat, positiv auswirken. In den für den Werbemarkt relevanten Zeitschienen werden die Programminvestitionen weiter verstärkt.
Senderleistung soll steigen
Vorrangigstes Ziel ist die Steigerung der Senderleistung. So strahlt der Sender neue Folgen bewährter Formate wie "Edel & Starck", "Der Bulle von Tölz" oder "Blond: Eva Blond!" aus. Als deutsche TV-Premiere zeigt Sat.1 die Serie "Enterprise" in der Primetime Die Hauptfernsehzeit für den deutschen Fernsehmarkt, im Allgemeinen ist die Zeit von 20.00 Uhr bis 23.00 Uhr gemeint.. Als deutsche Erstausstrahlung im Free-TV für die ganze Familie laufen außerdem "Sleepy Hollow", "Stuart Little", "Insider", "28 Tage" "Durchgeknallt - Girl, Interrupted" sowie "Ich träumte von Afrika". Mit den Event-Produktionen "Für immer verloren" mit Veronica Ferres und Walter Sittler, "Das Wunder von Lengede" - u. a. mit Heino Ferch, Jan Josef Liefers und Heike Makatsch - sowie zahlreichen TV-Movies hat Sat.1 auch im Jahr 2003 hochwertige deutsche Fernsehfilme im Programm. Der Comedybereich wird durch neue Staffeln von "Axel!" und "Hausmeister Krause - Ordnung muss sein" sowie die Formate "Sechserpack", "Bewegte Männer" und die bereits eingestarteten Sketch-Comedies weiter ausgebaut. Neu auf dem 18.00-Uhr-Sendeplatz ist ab März 2003 die tägliche Sendung "Lenßen & Partner". In der Sportberichterstattung setzt Sat.1 in "ran" Akzente mit der Fußball-Bundesliga und dem Besten aus der Welt des Basketballs und des American Football.