„Die großen Player erwarten gemeinsame Standards“

Bei der Integration der SBS Broadcasting Group geht es vor allem um Synergien und positive Skalenwerte. Die TV-Vermarktung spielt dabei eine große Rolle. Gibt es schon erste Ergebnisse?

Dr. Andrea Malgra: Wir haben viel Zeit investiert: 120 Meetings, 340 Präsentationen und 1.100 Powerpoint-Charts hat das Team allein 2007 in die „Europäisierung“ unserer Werbezeitenvermarktung gesteckt. Lohn des Marathons: zehn neue Sonderwerbeformen in sieben Ländern — und ein umfangreicher Maßnahmenkatalog, um zusätzliche Werbeerlöse zu erwirtschaften. Dafür haben wir stapelweise Informationen zu Werbeflächen gewälzt, Buchungsabläufe durchforstet, Tabellen zur Preisgestaltung unter die Lupe genommen und Forschungsprojekte auf ihre internationale Tauglichkeit geprüft.

Einheitliche Werbeformen für die gesamte Gruppe anzubieten, scheint nicht gerade einfach. Kennen Sie die europäischen Mediengesetze mittlerweile besser als ihre Westentasche?

Zumindest kenne ich sie sehr gut. Das Medienrecht ist äußerst komplex und in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich. Das stellt uns natürlich vor Herausforderungen, wenn es darum geht, unser Produktportfolio europaweit zu harmonisieren. Um das zu erreichen, führen die Kollegen mit den jeweiligen Medienanstalten gerade intensive Gespräche. Zusätzlichen Rückenwind erhalten wir dabei durch die neue EU-Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste.

„Think global — act local“ lautet eine alte Marketing-Regel. Gilt das auch für internationale Werbe-Pakete?

Natürlich funktionieren viele Werbemärkte national. Allerdings bestimmen globale Marketingstrategien mehr und mehr das Geschäft. Unsere Gespräche mit Kunden und Agenturen zeigen vor allem eines: Die großen Player im Markt erwarten immer häufiger gemeinsame Standards und länderübergreifende Pakete. Das stimmt uns optimistisch, wenn es um die Möglichkeiten einer internationalen Werbezeiten-Vermarktung geht.

Was hat Sie während Ihrer Europa-Tour bei den Kollegen am nachhaltigsten beeindruckt?

Egal in welcher Stadt, egal in welchem Land — das Integrations-Team wurde von allen Kollegen mit offenen Armen empfangen. Am meisten haben mir dabei der Enthusiasmus und das Engagement imponiert. Alle sind voller Tatendrang und sehen es als große Chance, gemeinsam die nationalen TV-Werbemärkte weiterzuentwickeln. Letztlich geht es um Kreativität, Phantasie und Know-how — jedes Land ist in einem bestimmten Bereich Spitzenreiter. Das hilft uns beim Aufbau eines europäischen Verkaufsnetzwerks.

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19.08.2008