Mehr Qualität, mehr Quote

Über eines sind sich die geographischen Nachbarn einig: „The next Uri Geller“ oder „De nieuwe Uri Geller“ gehört zum Unterhaltsamsten, was Fernsehen derzeit zu bieten hat. Auf ProSieben erzielt die Show Marktanteile von rund 20 Prozent, in Holland ist die Suche nach Gellers Nachfolger sogar noch erfolgreicher. Das deutsch-niederländische Doppel zeigt: Es lohnt sich, gemeinsame Sache zu machen. Die Vorteile der länderübergreifenden TV-Kooperation


Toske Ragas Breugen modertiert für Holland

liegen auf der Hand. „ProSieben hat das Studio plus Technik für acht Wochen gebucht“, sagt Stefan Thul. Er leitet den Bereich „Group Content Production“ bei ProSiebenSat. 1 und hat vor allem die Kosten im Blick. „Würde ProSieben alleine produzieren, stünde die Halle an vier von sieben Tagen die Woche leer. Durch die Zusammenarbeit mit SBS 6 sind wir ausgebucht.“ Auch Bühne und Deko müssen nur einmal hergestellt werden.

Und da der technische Part bei beiden Shows vom gleichen Team abgewickelt wird, gehen Kameraleute und Beleuchter beim zweiten Mal schon routiniert ans Werk. „Das Team kennt sich aus und fängt nicht wieder von vorne an“, sagt Thul. Doch nicht nur auf der Kostenseite entsteht ein Plus. Auch die Qualität der Shows gewinnt. „Alleine hätte sich unser Sender eine so aufwändige Kulisse nicht leisten können“, sagt Eric van Stade, Geschäftsführer von SBS 6.


Am Puls der Show: ProSieben-Moderatorin Sonya Kraus (rechts)

Eine Produktion, mehrere Länder

Mit dem Zusammenschluss von ProSiebenSat.1 und der SBS Broadcasting Group ist vergangenen Sommer der zweitgrößte Fernsehkonzern Europas entstanden. 26 Free-TV-Sender und 24 Pay-TV-Kanäle in 13 Ländern gehören seither zu ProSiebenSat.1.
Gemeinschaftsproduktionen wie „The next Uri Geller“ spielen eine wichtige Rolle im neuen Konzern. Fünf bis zehn Produktionen soll es künftig pro Jahr geben, die in mehreren Ländern funktionieren. Noch im Frühjahr 2008 bringt TV2 aus Ungarn „The next Uri Geller“ on air. „Wir profitieren enorm vom Erfahrungsaustausch mit SBS 6 und ProSieben“, sagt Geschäftsführer Zoltán Várdy. Nicht immer geht es dabei nur um die großen, bahnbrechenden Ideen. TV2 beispielsweise verwendet Kam pagnenfotos von Geller, die bei einem ProSieben-Shooting entstanden sind. Und sowohl in Holland als auch in Ungarn wird „The next Uri Geller“ on air mit einer Animation aus München beworben.

"Wo es möglich ist, biege ich die Löffel zurück"

Doch der Grundstein für den Erfolg der Shows liegt eigentlich in der Küche. Uri Gellers wichtigstes Werkzeug stammt aus der Besteckschublade. Das bekam auch Jürgen Sommerfeld zu spüren. Er ist fürs Crew-Catering zuständig. Jeden Abend dreht er eine Runde am Set und sammelt Löffel ein, die tags über verschwunden sind. Denn ganz gleich, ob Holland oder Deutschland produziert: Jeder will mal sehen, wie Geller einen Löffel schmelzen lässt.


Koch Jürgen Sommerfeld bringt seine Löffel wieder in Form, nachdem Uri Geller sie verbogen hat

Allein während der ersten drei ProSieben-Shows kamen über 40 Stück weg. Sommerfeld trägt es mit Humor, geht die Sache pragmatisch an. „Wo’s möglich ist, biege ich die Löffel zurück, sonst nehme ich sie mit als Souvenir.“ Gerade wurde das Mittagessen für Uri Geller abgeholt. Fisch mit Salat. Besteck und Geschirr kamen anschließend unversehrt zurück.

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