Auto Complete
Diesem Schlagwort sind keine Ergebnisse zugeordnet. Benutzen Sie bitte die Volltextsuche

„Unsere Shows sind wie Süßigkeiten: Sobald man sie sieht, will man mehr!“

Abby Greensfelder, Co-CEO & Executive Producer Half Yard Productions

Abby Greensfelder ist Mitbegründerin, Co-CEO und Executive Producer bei Half Yard Productions. Das Unternehmen ist seit 2014 Teil der Red Arrow Studios. Abby und ihr Geschäftspartner Sean Gallagher gründeten Half Yard im Jahr 2006 und produzieren seitdem Hit-Serien für 17 verschiedene US-Broadcaster – von der erfolgreichen Serie „The Last Alaskans“ (Discovery) bis hin zur langjährigen Reihe „Say Yes to the Dress“ (TLC). Mit uns sprach Abby über die neue Krimi-Unit von Half Yard, das Geheimnis erfolgreicher Franchise-Reihen und die Vorteile, Teil eines starken Produktionsnetzwerks zu sein.
Wie ist der Name Half Yard Productions entstanden?

Als Sean und ich Half Yard gegründet haben, haben wir einen Namen gesucht, zu dem wir eine persönliche Verbindung hatten. Wir sind beide in New Haven aufs College gegangen und dort gab es diese eine Bar, in der es halbe Meter Bier zu kaufen gab und jeder immer sagte: "Lasst uns einen halben Meter nehmen!" Ein toller Ort, um mit seinen Freunden zusammenzukommen. Der Name passt ideal zu unserem Anspruch, Shows für alle Zielgruppen zu machen und klingt super! Wir haben tatsächlich auch ein Foto von der Bar in unserem Büro. Leider gibt es sie mittlerweile nicht mehr, aber wir haben uns noch ein paar halbe Meter gesichert, die jetzt auch bei uns im Büro stehen.

(c) Half Yard Productions
„The Last Alaskans“
Im April 2018 habt Ihr bei Half Yard eine Krimi-Unit gegründet. Warum habt Ihr Euch entschieden, in dieses Genre zu expandieren?
Es ist schwer, Programme zu finden, die so lange laufen – aber „Say Yes“ hat Elemente, die es sehr wiederholbar und anziehend machen. Das ist für mich das Geheimnis des Erfolgs.

Crime-Formate im US-Fernsehen haben sich explosionsartig vermehrt. Früher war das ein Nischen-Genre, das in spätnächtliche Slots mit günstiger Werbung verbannt war. Diese Programme liefen gut, aber sie haben nie sehr hohe TKPs von Werbetreibenden bekommen, so dass es ein Limit gibt, wie viel ein Sender davon kaufen konnte. In den letzten drei bis fünf Jahren hat sich das Genre allerdings dank einiger hochkarätiger Shows positiv verändert. Im Kabelbereich war zum Beispiel der Sender ID (Investigation Discovery) in den USA eine absolute Sensation. Seit diesem Erfolg hat auch Oxygen seine Crime-Stunden erhöht. Plötzlich gibt es zwei Kabelsender mit 500 bis 600 Stunden Original-Content pro Jahr, die sich nur auf Crime konzentrieren. Dazu kommen noch Headline News, MSN, Netflix, Amazon...

Dieses Wachstum sahen Sean und ich als einen guten Moment, hier ebenfalls aufzuspringen. Einer der führenden Crime-Anbieter ist Sirens Media mit Sitz in Washington DC. Als die Chefs sich dort veränderten, ahnten wir, dass die besten Produktionsleiter, darunter Ann Rothwell, für einen Wechsel bereit sein könnten. Bei diesem Genre braucht man spezielle Fähigkeiten: Man muss sein Publikum kennen und wissen, wie man hochwertige Rekonstruktionen macht. Man braucht Zugang zu Strafverfolgungsbehörden und Erfahrung, wie man bei diesen Verbrechen – von denen viele bereits im TV zu sehen waren – noch tiefer gräbt. Es ist ein sehr spezifisches Genre, in dem es darauf ankommt, die richtigen Leute zu finden – und wir hatten letztlich das große Glück, Ann an Bord holen zu können.

Obwohl Half Yard bislang noch keine Crime-Programme entwickelt hat, arbeiten nun die besten Researcher dieses Genres an einigen unserer Ideen. Und wir haben tolle Rückmeldungen von Käufern bekommen: Sie freuen sich schon jetzt auf unsere Pitches.

Eure Hochzeitsserie „Say Yes to the Dress“ und deren Spin-offs erreichen sehr gute Quoten –was ist das Geheimnis, ein so erfolgreiches Reality-Franchise aufzubauen?

Der Schlüssel zu einer guten Show ist eine sehr einfache Prämisse. Während es darum geht, das perfekte Hochzeitskleid zu finden, geht es gleichzeitig auch um eine Lebensphase, die die Show öffnet und für alle zugänglich macht. Es macht einfach Spaß, zuzusehen – quasi Bonbons für den Verstand! Ich denke, das ist ein Teil, warum die Show schon so lange auf Sendung ist. Sie hat eine Qualität, die dem Essen von Süßigkeiten ähnelt: Sobald man es sieht, will man mehr und mehr! Es gibt den Menschen ein gutes Gefühl und ich glaube nicht, dass es heutzutage viele Sendungen gibt, die das tun. Dazu kommt, dass die Geschichten nahbar, menschlich und lustig erzählt werden. Es ist schwer, Programme zu finden, die so lange laufen – aber „Say Yes“ hat Elemente, die es sehr wiederholbar und anziehend machen. Das ist für mich das Geheimnis des Erfolgs.

(c) Half Yard Productions
"Say Yes to the Dress"
"Die einzelnen Unternehmen und das Team der Red Arrow Studios passen sehr gut zusammen. Wir führen weiterhin unser Geschäft, aber ziehen viele Vorteile aus der Zusammenarbeit mit der Gruppe."
Wenn Du Dich an das Jahr 2014 erinnerst: Warum habt Ihr Euch für Red Arrow Studios entschieden und was sind die Vorteile, Teil dieser Produktionsgruppe zu sein?

Wir sind damals auch von anderen angesprochen worden, waren uns aber nicht sicher, ob wir uns jemandem anschließen oder unabhängig bleiben wollten. Der entscheidende Moment war, als wir Jan Frouman und sein Team getroffen und verstanden haben, wie Red Arrow funktioniert: dass die einzelnen Unternehmen unabhängig arbeiten, es aber eine starke Gruppenkultur gibt. Wir hatten das Gefühl, dass diese Kultur gut zu uns passt und das ist auch so geblieben: Die einzelnen Unternehmen und das Team der Red Arrow Studios passen sehr gut zusammen. Wir führen weiterhin unser Geschäft, aber ziehen viele Vorteile aus der Zusammenarbeit mit der Gruppe. So ist beispielsweise ein Teil der internationalen Expansion von „Say Yes“ darauf zurückzuführen. Bei der UK-Version haben wir unsere Produktion in den Büros von CPL (CPL Productions ist ein Unternehmen der Red Arrow Studios in Großbritannien) untergebracht und die Kollegen waren eine große Hilfe, die Produktion in Großbritannien einzurichten.

Was wollt Ihr mit Half Yard in den nächsten fünf Jahren erreichen?

Wir wollen weiterhin unterhaltsame und qualitativ hochwertige Inhalte produzieren: Serien und Formate für alle relevanten Plattformen und Partner, die es gibt – denn ich vermute, dass sich ein Großteil der TV-Landschaft in den nächsten fünf Jahren noch stark weiterentwickeln wird... Der Schlüssel wird aber am Ende immer darin liegen, Ideen und Charaktere zu finden, mit denen Menschen ihre Zeit verbringen wollen.