COVID-19-Update: ProSiebenSat.1 nimmt 2020-Prognose und Dividendenvorschlag für 2019 zurück

Vorläufige Q1-Finanzergebnisse & Gesamtjahresausblick 2020

  • Veröffentlichung der vorläufigen Finanzzahlen für Q1 2020: gute Gruppen-Performance bis Mitte März, anschließend erste Auswirkungen der COVID-19-Krise spürbar

o   Gruppen-Umsatz etwa stabil bei 926 Mio Euro

o   adjusted EBITDA der Gruppe sinkt von 190 Mio Euro auf 157 Mio Euro

o   adjusted net income der Gruppe geht von 94 Mio Euro auf 58 Mio Euro zurück

  • Aufgrund mangelnder Visibilität der Auswirkungen von COVID-19 und wirtschaftlicher Unsicherheit für den Rest des Jahres nimmt ProSiebenSat.1 die Finanzprognose für das Jahr 2020 zurück
  • Gute Liquiditätslage zum 31. März 2020: 898 Mio Euro Barmittelbestand; zusätzlich Anfang April 350 Mio Euro in Anspruch genommener RCF, verbleibender Teil des RCF von 400 Mio Euro jederzeit verfügbar; Fremdfinanzierungsinstrumente ohne finanzielle Covenants

Hauptversammlung 2020 & Dividendenvorschlag 2019

  • ProSiebenSat.1 bestätigt den geplanten Termin für die Hauptversammlung (HV) am 10. Juni 2020, wird jedoch die Veranstaltung aufgrund der staatlichen COVID-19-Beschränkungen als nicht-physische HV abhalten; die Einladung zur HV wird am 28. April 2020 veröffentlicht
  • ProSiebenSat.1 bestätigt bisherige Dividendenpolitik mit einer Ausschüttungsquote von 50% des bereinigten Konzernjahresüberschusses, nimmt jedoch den ursprünglichen Dividendenvorschlag für 2019 zurück

Unterföhring, 22. April 2020. Rainer Beaujean, Vorstandssprecher & Finanzvorstand der ProSiebenSat.1 Media SE: „Die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Mitarbeiter haben für ProSiebenSat.1 oberste Priorität. Wir tun alles, um sie zu schützen. Dabei richten wir uns selbstverständlich nach allen staatlichen Vorschriften und Empfehlungen. Wir beobachten die Entwicklung von COVID-19 und die Auswirkungen auf ProSiebenSat.1 genau. Bis Mitte März waren wir gut auf Kurs, bis die ersten COVID-19-Effekte begonnen haben, unser Geschäft in allen Segmenten zu beeinträchtigen. Da die Dauer und volle Tragweite der Pandemie weiterhin ungewiss bleiben, ist es derzeit nicht möglich, einen Ausblick auf unsere Gesamtjahresergebnisse abzugeben. Daher haben wir entschieden, unsere Finanzprognose für 2020 sowie den Dividendenvorschlag für 2019 zurückzunehmen. Wir konzentrieren uns jetzt voll auf Kosten-, Liquiditäts- und Cashflow-Management, um unser Geschäft zu schützen und eine Grundlage für unsere Zukunft zu schaffen, so dass wir unsere Strategie mit Priorität auf unser Entertainment-Geschäft mit voller Geschwindigkeit umsetzen können, sobald sich die Situation normalisiert hat.“  

Vorläufige Q1-Finanzergebnisse & Finanzausblick für das Gesamtjahr 2020

Während ProSiebenSat.1 bis Mitte März 2020 eine gute finanzielle Geschäftsentwicklung verzeichnete, weist das Gesamtergebnis des ersten Quartals bereits erste Auswirkungen der COVID-19-bezogenen Einschränkungen auf das öffentliche Leben und die Wirtschaft auf: Der Konzernumsatz stieg entsprechend nur leicht um 1 Prozent auf 926 Mio Euro (Vorjahr: 913 Mio Euro). Die staatlichen Ausgangsbeschränkungen in der zweiten Märzhälfte haben zunehmend auch die Werbekunden getroffen, entsprechend ging auch der margenstarke Außenumsatz des Segments SevenOne Entertainment Group um 3 Prozent auf 563 Mio Euro (Vorjahr: 579 Mio Euro) zurück, wobei die gesamten Werbeumsätze nach ersten Stornierungen von Werbebuchungen um 4 Prozent sanken. Die globalen Einschränkungen wirkten sich auch auf Red Arrow Studios aus, da lokale und internationale Produktionen gestoppt oder verschoben werden. Dank des Wachstums des Digital-Studios Studio71 blieb der Außenumsatz im Segment Red Arrow Studios mit minus 0,5 Prozent bei 134 Mio Euro (Vorjahr: 135 Mio Euro) jedoch nahezu auf Vorjahresniveau. Der Außenumsatz im Segment der NuCom Group stieg um 15 Prozent auf 228 Mio Euro (Vorjahr: 199 Mio Euro) und profitierte dabei vom weiteren Wachstum des Online-Beauty-Anbieters Flaconi sowie von Erstkonsolidierungseffekten bei Aroundhome, einem Online-Vermittler für Produkte und Dienstleistungen rund ums Haus. Da die Gruppe hauptsächlich in margenschwächeren Geschäften Wachstum und im Gegensatz dazu Rückgänge in ihrem margenstarken Werbegeschäft verzeichnete, sank das adjusted EBITDA der Gruppe im ersten Quartal 2020 um 17 Prozent auf 157 Mio Euro (Vorjahr: 190 Mio Euro). Das adjusted net income (bereinigter Konzernüberschuss) der Gruppe reflektierte diese Entwicklung und sank von 94 Mio Euro auf 58 Mio Euro.

Zu Beginn des zweiten Quartals geht die Gruppe davon aus, dass das Geschäft in allen Segmenten durch die Krise stark beeinträchtigt wird: Im April 2020 werden die gesamten TV-Werbeeinnahmen voraussichtlich um ca. 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgehen. Das Geschäft der Red Arrow Studios wird weiterhin durch Produktionsverschiebungen beeinträchtigt, während sich bei der NuCom Group ein gemischtes Bild zeigt, da einige Assets stärker von den Einschränkungen des öffentlichen Lebens betroffen sind als andere. Insgesamt profitiert die NuCom Group in dieser Situation von ihrem diversifizierten Portfolio. 

Wie im März 2020 angekündigt, berücksichtigt der Finanzausblick 2020 der Gruppe ausdrücklich nicht die möglichen negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Aufgrund des derzeitigen Stillstands der Weltwirtschaft und der daraus resultierenden erheblichen wirtschaftlichen Unsicherheit ist es derzeit nicht möglich, einen Ausblick auf das finanzielle Ergebnis im zweiten Quartal und für das Gesamtjahr zu geben. Der Vorstand hat daher entschieden, die Finanzprognose für das Gesamtjahr 2020 zurückzuziehen bis die Situation klarer ist.

Insgesamt hat das Management Business-Continuity-Pläne erarbeitet und konzentriert sich verstärkt darauf, Kosten, Cashflow und Profitabilität der Gruppe mit verschiedenen Maßnahmen aktiv zu steuern. Dazu gehören Investitionen in Programm, die im Vergleich zum Vorjahr um etwa 50 Mio Euro gesenkt werden, sowie die größtenteils variablen Kosten im Produktionsgeschäft der Red Arrow Studios. Der Konzern setzt zudem bereits das deutsche Instrument der Kurzarbeit in einigen Portfolio-Unternehmen der NuCom Group ein und prüft darüber hinaus auch dessen Einsatz innerhalb des Entertainment-Geschäfts. Auf diese Weise bereitet sich der Konzern auf verschiedene Szenarien vor, um sich für eine möglicherweise länger andauernde Krise und die anschließende Erholungsphase aufzustellen. Weitere Einzelheiten zu den Maßnahmen wird ProSiebenSat.1 im Rahmen der Q1-Quartalszahlen am 7. Mai 2020 veröffentlichen. Während ProSiebenSat.1 die laufenden Investitionen im Jahr 2020 sorgfältig prüft und über diese entscheidet, wird der Konzern gleichzeitig seine Strategie mit Schwerpunkt auf das operative Geschäft im Entertainment-Bereich im deutschsprachigen Raum weiter umsetzen.

Finanzposition & Dividende

Die Liquiditätslage des Konzerns ist nach wie vor gut: Zum 31. März 2020 verfügte ProSiebenSat.1 über einen Barmittelbestand von 898 Mio Euro. Darüber hinaus nahm die Gruppe Anfang April 350 Mio Euro ihrer syndizierten revolvierenden Kreditfazilität (RCF) in Anspruch, um angesichts des COVID-19-geprägten Umfelds jederzeit einen Zugriff auf die Liquiditätsreserven des Unternehmens abzusichern. Weitere 400 Mio Euro des RCF sind zusätzlich jederzeit verfügbar. Die Finanzierungsinstrumente des Konzerns sind ohne finanzielle Covenants und haben eine volumengewichtete Restlaufzeit von über drei Jahren mit einer Endfälligkeit in den Jahren 2024/26. Zum Ende des ersten Quartals 2020 betrug die Brutto-Verschuldung der ProSiebenSat.1 Group 3.192 Mio Euro, die Nettofinanzverschuldung 2.294 Mio Euro und damit der Verschuldungsgrad 2,7x.

Aufgrund der erheblichen Unsicherheit über die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten als Folge der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie hat ProSiebenSat.1 beschlossen, weitere Maßnahmen zu ergreifen, um das Geschäft und die Mitarbeiter des Konzerns bestmöglich zu schützen. Um die Liquidität auch in einer möglicherweise länger andauernden COVID-19-Krise zu schützen, haben Vorstand und Aufsichtsrat entschieden, der Hauptversammlung vorzuschlagen, für das Geschäftsjahr 2019 keine Dividende auszuschütten. Zuvor hatte die Gesellschaft angekündigt, der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von EUR 0,85 je Aktie vorzuschlagen. Die Gruppe ergreift diese einmalige Maßnahme, um eine zusätzliche Liquidität in Höhe von 192 Mio Euro zu sichern. Gleichzeitig bestätigt der Konzern seine bisherige Dividendenpolitik mit einer Ausschüttungsquote von 50 Prozent des bereinigten Konzernjahresüberschusses der Gruppe.

Hauptversammlung

ProSiebenSat.1 bestätigt den 10. Juni 2020 als geplanten Termin für die ordentliche Hauptversammlung des Konzerns. Aufgrund der anhaltenden Verbreitung von COVID-19, den damit verbundenen staatlichen Ausgangsbeschränkungen und mit Blick auf die Gesundheit von Aktionären und Mitarbeitern als oberste Priorität hat ProSiebenSat.1 jedoch beschlossen, die Veranstaltung als nicht-physische Hauptversammlung abzuhalten. Einzelheiten zu Übertragung, Fragen und Stimmrechten werden in der offiziellen Einladung zur Hauptversammlung auf der Website des Unternehmens ab dem 28. April 2020 veröffentlicht.

Ansprechpartner
  • Unternehmens-PR | Konzern & Finanzen
    Stefanie Rupp-Menedetter
    Head of Group Communications & Events
    Tel. +49 [0]89 9507-2598Stefanie.Rupp@ProSiebenSat1.com
  • Unternehmens-PR | Konzern & Finanzen | Content Production
    Susanne Brieu
    Leiterin Corporate Communications Strategy & Finance, Kommunikation Red Arrow Studios
    Tel. +49 [0]89 9507-1137Susanne.Brieu@ProSiebenSat1.com