»Wir sind mit unserer Strategie auf dem richtigen Weg.«

Die ProSiebenSat.1 Media SE bleibt auch im ersten Quartal 2022 auf Kurs. Vorstandsvorsitzender Rainer Beaujean ordnet die Entwicklungen im Interview ein.

Mai 2022. Die ProSiebenSat.1 Media SE bleibt auch im ersten Quartal 2022 auf Kurs: Die Ergebnisse des Konzerns liegen trotz der aktuellen konjunkturellen Herausforderungen im Rahmen der Erwartungen der Gruppe. Rainer Beaujean, Vorstandsvorsitzender von ProSiebenSat.1, ordnet die Entwicklungen im Interview ein.
Herr Beaujean, Ihre Strategie fokussiert sich auf Reichweite, Monetarisierung und Wertschaffung. Wie hat sich diese im ersten Quartal bewährt?

Unsere Strategie, in der Reichweite und Monetarisierung eng zusammenspielen, hat sich auch in diesem Quartal als krisenfest erwiesen. Wir sind auf dem richtigen Weg: Unsere Programmstrategie mit ihrem Fokus auf lokale, relevante und Live-Inhalte war zum Beispiel auch im ersten Quartal erfolgreich. Wir sind im deutschen Zuschauermarkt weiterhin führend. Unser Erfolgsformat „Germany’s Next Topmodel“ hatte in der Prime Time die höchsten Marktanteile seit 14 Jahren, zudem punktete die Show „The Masked Singer“ mit Quoten von über 20 Prozent. Aber wir können nicht nur Unterhaltung: Seit dem Beginn des Russland-/Ukraine-Krieges haben wir mehrfach unser Programm geändert und zur Prime Time in Spezialsendungen informiert. Ab 2023 werden wir außerdem Nachrichten selbst produzieren und noch mehr auf Aktualität und Informationsvielfalt auf allen Plattformen setzen. Indem wir diese starke Reichweite monetarisieren – zum Beispiel durch Werbung oder unser Commerce & Ventures-Geschäft – schaffen wir Wert für unsere Aktionär:innen. Erst in der vergangenen Woche haben wir dies durch unseren Dividendenvorschlag von 80 Cent je Aktie bewiesen, den die Hauptversammlung verabschiedet hat.

Wie zeigt sich diese Strategie in Ihren Finanzkennzahlen?

Obwohl die makroökonomischen Unsicherheiten durch den Krieg und die anhaltende Pandemie unsere Marktumfelder beeinflussen, ist unser Konzernumsatz ist um 2 Prozent auf 954 Mio Euro gestiegen, weiterhin haben wir konsequent unseren Cashflow gestärkt und unsere Verschuldung reduziert. Beim adjusted EBITDA sehen wir einen Rückgang um 19 Mio Euro auf 123 Mio Euro. Auch das haben wir erwartet und auch so angekündigt, da wir aufgrund der Fußball-Weltmeisterschaft, die Ende des Jahres auf den öffentlich-rechtlichen Sendern gezeigt wird, Programmaufwendungen in das erste Quartal vorgezogen haben. Daher haben sich diese Kosten um 16 Mio Euro im Vergleich zur Vorjahresperiode erhöht. Auf Gesamtjahressicht gehen wir aber davon aus, dass die Entertainment-Programmaufwendungen auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Hinzu kommt der Effekt aus der Veräußerung des Filmvertriebshaus Gravitas Ventures, der im ersten Quartal des Vorjahres noch 6 Mio Euro zum adjusted EBITDA beigetragen hat.

Die makroökonomische Lage bleibt ungewiss. Was heißt das für den Rest des Jahres?

Das erste Quartal lag absolut im Rahmen unserer Erwartungen. Dank unseres Geschäftsmodells sind wir auch für die Zukunft gut aufgestellt und bestätigen – trotz des Russland-/Ukraine-Krieges, anhaltender Pandemie und Belastungen für das Konsumklima – unsere Gesamtjahresprognose. Wir streben also weiterhin für 2022 – ohne Portfolioveränderungen – einen Umsatz von rund 4,6 Mrd Euro mit einer Varianz von plus/minus 100 Mio Euro an. Das adjusted EBITDA soll bei rund 840 Mio Euro mit einer Varianz von plus/minus 25 Mio Euro liegen – weiterhin größtenteils getragen durch das Segment Entertainment und dabei abhängig von der Entwicklung der Werbeerlöse. In den ersten vier Monaten des Jahres lagen unsere Entertainment-Werbeerlöse in der DACH-Region um rund 7 Prozent über dem Vorjahresniveau.