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Datum:
08.08.2002
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ProSiebenSat.1-Gruppe im ersten Halbjahr im Plan

Rückläufiger Werbemarkt beeinflusst Umsatz- und Ergebnisentwicklung

München, 9. August 2002. Die ProSiebenSat.1-Gruppe kämpft weiterhin mit einem äußerst schwachen Werbemarkt. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2002 erzielte das Unternehmen einen Konzernumsatz von 985 Mio Euro. Das entspricht einem Rückgang von vier Prozent. Obwohl die ProSiebenSat.1-Gruppe ihre Position im Fernsehwerbemarkt gegenüber der Konkurrenz deutlich ausbauen konnte, musste das Unternehmen Einbußen beim Ergebnis hinnehmen. Vor allem aufgrund des im zweiten Quartal noch einmal deutlich abgekühlten Werbeklimas und der hohen Kosten für die Ausstrahlung der Fußball-Weltmeisterschaft in Sat.1 lag das Konzernergebnis vor Steuern mit 25 Mio Euro unter dem Vergleichswert des Vorjahres von 89 Mio Euro.

Im Konzernergebnis vor Steuern sind Kosten von rund acht Mio Euro für das im März eingestellte Fusionsvorhaben mit der KirchMedia enthalten. Ohne diesen Sondereffekt lag das Konzernergebnis vor Steuern bei 33 Mio Euro. Das DVFA/SG-Ergebnis je Aktie betrug 0,08 Euro nach 0,26 Euro. Das EBIT erreichte 51 Mio Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 110 Mio Euro. Das EBITDA lag mit 77 Mio Euro 46 Prozent unter dem Vorjahreswert. Als Konzernüberschuss konnten in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 16 Mio Euro nach 52 Mio Euro verzeichnet werden. Der Cash-flow nach DVFA/SG betrug 588 Mio Euro. Die Nettofinanzschulden erhöhten sich im Halbjahresvergleich von 813 Mio Euro auf 910 Mio Euro.

Das unerfreuliche Werbejahr 2002 stellt nicht nur uns, sondern die gesamte Medienbranche auf eine harte und langwierige Belastungsprobe, sagte der Vorstandsvorsitzende der ProSiebenSat.1 Media AG, Urs Rohner. Bislang haben wir das Beste aus der wie erwartet schwierigen Situation gemacht: Bei Umsatz und Ergebnis liegt die ProSiebenSat.1-Gruppe nach dem ersten Halbjahr 2002 im Plan, obwohl uns das schlechte Werbeklima auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Sat.1 einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Dennoch können wir mit dem Geschäftsverlauf und der Marktentwicklung in diesem Jahr keinesfalls zufrieden sein. Eine nachhaltige Erholung des Werbemarkts ist nach wie vor nicht in Sicht. Wir werden deshalb das unternehmerische Tempo bei der Konsolidierung der ProSiebenSat.1-Gruppe weiter erhöhen, um unsere Performance- und Renditeziele langfristig zu erreichen.

Positiv auf die Ertragslage der ProSiebenSat.1-Gruppe im ersten Halbjahr 2002 hat sich die Fortsetzung des straffen Kostenmanagements ausgewirkt. Trotz der Kosten für die Fußball-WM von 54 Mio Euro erhöhte sich der Programm- und Materialaufwand nur moderat um vier Prozent auf 706 Mio Eu-ro. Ohne dieses große Sportereignis wäre der Programm- und Materialaufwand in der gesamten Senderfamilie um ein Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums geblieben. Die ProSiebenSat.1-Gruppe hat im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftjahres 521 Mio Euro in neue Programmrechte investiert. Der Werteverzehr des Programmvermögens lag bei 555 Mio Euro. Im ersten Halbjahr 2001 betrugen die Programminvestitionen 620 Mio Euro und der Werteverzehr des Programmvermögens 543 Mio Euro. Der Personalaufwand ist im Vorjahresvergleich infolge von Gehaltserhöhungen, die zu Jahresbeginn vorgenommen wurden, leicht um drei Prozent auf 109 Mio Euro angestiegen. Zum Stichtag 30. Juni 2002 beschäftigte die ProSiebenSat.1-Gruppe 3.006 Mitarbeiter das sind 17 Stellen mehr als zum Ende des ersten Halbjahres 2001 und 23 Stellen weniger als zum Jahresende 2001.

ProSiebenSat.1-Gruppe entwickelt sich besser als der Markt

Die Sender der ProSiebenSat.1-Gruppe entwickelten sich im ersten Halbjahr 2002 besser als der gesamte Fernsehmarkt. Während der Fernsehwerbe-markt auf Basis der Brutto-Werte um 7,2 Prozent schrumpfte, verzeichnete die ProSiebenSat.1-Gruppe lediglich einen Rückgang von 4,8 Prozent. Im selben Zeitraum mussten die Sender der RTL-Group dagegen ein Minus von 10,3 Prozent bei den Brutto-Werbeerlösen hinnehmen.

Auch bei den Brutto-Werbemarktanteilen hat sich die ProSiebenSat.1-Gruppe positiver als ihre Mitbewerber entwickelt. Das Unternehmen konnte seinen Brutto-TV-Werbemarktanteil um 1,2 Prozentpunkte auf 46,4 Prozent steigern. Damit ist die Senderfamilie die klare Nummer eins in Deutschland. Die Sender der RTL-Group verloren im gleichen Zeitraum 1,4 Prozentpunkte und erreichten einen Brutto-TV-Werbemarktanteil von 40,5 Prozent.

Kernsegment Fernsehen: Gesamtumsatz in Höhe von 953 Mio Euro

Im ersten Halbjahr 2002 erzielte die ProSiebenSat.1-Gruppe im Kernsegment Fernsehen einen Gesamtumsatz von 953 Mio Euro. Das entspricht einem Rückgang von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahrszeitraum. Das operative Ergebnis betrug 15 Mio Euro nach 82 Mio Euro.

Trotz deutlicher Steigerung der Bruttowerberlöse bei Sat.1 im Juni der Sender erzielte mit einem Plus von 16 Prozent als einziger großer Privatsen-der ein Wachstum verzeichnete der Sender im ersten Halbjahr 2002 eine rückläufige Umsatz- und Ertragsentwicklung. Der Umsatz bei Sat.1 betrug im ersten Halbjahr 404 Mio Euro nach 431 Mio Euro. Das Ergebnis vor Steuern lag bei minus 73 Mio Euro nach minus 18 Mio Euro im Vorjahreszeitraum. Für diese Entwicklung waren vor allem die hohen Kosten für Rechte und Produktion der Fußball-Weltmeisterschaft von 54 Mio Euro ausschlaggebend. Angesichts des schwachen Werbemarktes konnten durch die Weltmeisterschaft nur Erlöse in Höhe von rund 29 Mio Euro erzielt werden deutlich weniger, als noch beim Kauf der Rechte im Vorjahr erwartet worden war. Negativ auf das Sat.1-Ergebnis haben sich zusätzlich auch die bislang hohen Rechtekosten für die Fußball-Bundesliga ausgewirkt, über die Sat.1 in der vergangenen Saison nach der Rückkehr ins Vorabendprogramm samstags nur 75 Minuten und erst nach 19.00 Uhr berichten konnte. Für die Übertragungsrechte der nächsten Bundesliga-Saison zahlt Sat.1 jedoch rund 25 Prozent weniger als bisher. Zugleich konnte der Sender das Rechtepaket deutlich verbessern: Die Fußball-Sendung ran beginnt samstags künftig schon um 18.00 Uhr und wird auf zwei Stunden verlängert. Außerdem überträgt Sat.1 zwei Live-Spiele pro Saison.

Die Bilanz der Fußball-Weltmeisterschaft in Sat.1 fällt ernüchternd aus, so Urs Rohner. Durch die fehlende Nachfrage im Werbemarkt haben wir unsere Erlösziele bei der WM deutlich verfehlt. Das wirft uns bei der Konsolidierung des Senders zurück. Dennoch sind wir beim angestrebten Turn-around von Sat.1 insgesamt auf einem guten Weg. Auch der moderate Vertragsabschluss für die nächste Bundesliga-Saison ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wir gehen davon aus, dass der Sender im laufenden Geschäftsjahr trotz der Fußball-WM ein besseres Ergebnis als 2001 erzielen und im Jahr 2003 wieder die Gewinnzone erreichen wird.

ProSieben war mit einer Umsatzrendite vor Steuern von 31 Prozent im ersten Halbjahr 2002 erneut der profitabelste Fernsehsender im deutschen TV-Markt. In den ersten sechs Monaten dieses Geschäftsjahres erzielte der Sender einen Umsatz von 413 Mio Euro nach 439 Mio Euro. Das Ergebnis vor Steuern betrug 127 Mio Euro. Im Vergleichszeitraum waren es 147 Mio Euro.

Kabel 1 erzielte in den ersten sechs Monaten dieses Geschäftsjahres einen Umsatz von 103 Mio Euro nach 108 Mio Euro. Das Ergebnis vor Steuern lag mit sechs Mio Euro vor allem aufgrund planmäßig erhöhter Ausgaben für das Programm unter dem Wert des Vorjahreszeitraums von 18 Mio Euro.

Der Nachrichtensender N24 hat sich in den ersten sechs Monaten des Jahres 2002 positiv entwickelt. So steigerte N24 seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 47 Mio Euro ein Plus von 147 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern konnte von minus 20 Mio Euro auf minus 15 Mio Euro verbessert werden. Das Umsatzwachstum ist nicht zuletzt auf die gestiegene Bedeutung von N24 als zentraler Nachrichtendienstleister für die Sender der ProSiebenSat.1-Gruppe zurück zu führen.

Transaktionsfernsehen: Erfreuliche Geschäftsentwicklung

Der Einstieg der ProSiebenSat.1-Gruppe in das attraktive Wachstumsseg-ment des Transaktionsfernsehens ist ausgesprochen erfolgreich verlaufen. Bereits im vergangenen Geschäftsjahr wurden 48,4 Prozent der Gesell-schaftsanteile an der Euvía Media AG & Co. KG erworben, die den Mitmach-sender Neun Live und den Reiseshoppingsender sonnenklar TV betreibt. Damit erschließt sich die ProSiebenSat.1-Gruppe neben den klassischen Werbefeldern zusätzliche, nicht werbebezogene Umsatzpotenziale im Fernsehmarkt.

Besonders erfreulich entwickelte sich Neun Live. Der Sender steigerte seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2002 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 234 Prozent auf 23 Mio Euro. Das EBITDA verbesserte sich um 57 Pro-zent auf nur noch minus drei Mio Euro. Im Mai 2002 hat der Sender früher als geplant erstmals die operative Gewinnzone erreicht. Der Geschäftsplan sieht vor, dass Neun Live im Jahr 2003 erstmals ein positives operatives Ergebnis erzielen wird. Auch der Mediendienst sonnenklar TV, der am 15. Mai 2002 auf Sendung gegangen ist, entwickelt sich planmäßig. Spätestens im Jahr 2004 soll sonnenklar TV die operative Gewinnzone erreichen.

Merchandising: Zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Ergebnis

Im Geschäftsbereich Merchandising sind die Aktivitäten der Merchandising-Agentur MM Merchandising München sowie die auf internationale Vermarktung von Kunstnebenrechten spezialisierte ArtMerchandising & Media AG und der SevenOne Club & Shop GmbH gebündelt. Im ersten Halbjahr 2002 steigerte die ProSiebenSat.1-Gruppe in diesem Geschäftsfeld das Ergebnis vor Steuern auf elf Mio Euro ein Plus von 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch der Gesamtumsatz stieg von 30 Mio Euro auf 34 Mio Euro. Neben den Merchandisingaktivitäten wirkte sich vor allem der Ausbau der Zuschauerclubs und -communities der SevenOne Club & Shop GmbH positiv auf die Geschäftsentwicklung aus.

Dienstleistungen: Umsatz bleibt stabil

Der Geschäftsbereich Dienstleistungen umfasst die Tochterunternehmen SevenSenses, SZM Studios und das IT-Unternehmen ProSieben Information Service. Die ProSiebenSat.1-Gruppe erzielte in diesem Segment einen Gesamtumsatz auf Vorjahresniveau von 82 Mio Euro. Das operative Ergebnis betrug eine Mio Euro nach sechs Mio Euro im ersten Halbjahr 2001. Die Ergebnisveränderung im Geschäftsfeld Dienstleistungen ist vor allem auf eine saisonale Verschiebung bei der Verbuchung von Übertragungskosten sowie auf einen gestiegenen Personalaufwand für die Berichterstattung über die Fußball-Weltmeisterschaft zurück zu führen.

Ausblick: Erholung im Werbemarkt frühestens im vierten Quartal

Für das Gesamtjahr 2002 erwartet die ProSiebenSat.1-Gruppe, dass der Fernsehwerbemarkt weiter schrumpft. Mit einer Erholung im Werbemarkt ist frühestens im vierten Quartal, vielleicht sogar erst im ersten Halbjahr 2003 zu rechnen. Wir müssen davon ausgehen, dass sich der Fernsehwerbemarkt im Gesamtjahr um bis zu fünf Prozent rückläufig entwickeln wird, sagte der Vorstandsvorsitzende der ProSiebenSat.1 Media AG, Urs Rohner. Er erwarte, dass sich die ProSiebenSat.1-Gruppe besser als der Markt entwickeln werde. Die Visibilität im Fernsehwerbemarkt, schränkte Rohner ein, ist jedoch nach wie vor äußerst gering. Der Trend zu immer kurzfristigeren Buchungen setzt sich weiter fort. Die Durststrecke in der Medienbranche ist noch nicht überwunden. Bei einem Rückgang des Fernsehwerbemarkts um bis zu fünf Prozent im Gesamtjahr 2002 hat sich das Fernsehunternehmen das Ziel gesetzt, ein EBITDA von über 200 Mio Euro zu erwirtschaften. Der Programm- und Materialaufwand der ProSiebenSat.1-Gruppe wird leicht unter dem Vorjahresniveau bleiben, obwohl 54 Mio Euro an Kosten für die Fußball-Weltmeisterschaft angefallen sind. Die Programminvestitionen werden niedriger als im Vorjahr ausfallen. Die Nettofinanzschulden werden zum Jahresende 2002 voraussichtlich nicht über dem Vorjahresniveau liegen.

Kennzahlen, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Kapitalflussrechnung finden Sie auf unserer Sonderseite auf prosiebensat1.com


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