ProSiebenSat.1 schärft strategischen Fokus und rechnet 2026 wieder mit einem leichten organischen Umsatzwachstum
Unterföhring, 26. März 2026. Das Geschäftsjahr 2025 war für ProSiebenSat.1 wie erwartet erneut von einem insgesamt schwachen Werbemarkt geprägt mit entsprechenden Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis im Entertainment-Segment. In diesem Umfeld setzt das Unternehmen klare strategische Prioritäten und richtet seine Aktivitäten entlang von fünf Fokusbereichen aus. Im Mittelpunkt steht die Stärkung lokaler und Live‑Inhalte, die das Profil des Entertainment‑Portfolios schärfen. Gleichzeitig verfolgt das Unternehmen einen erweiterten Multi‑Plattform‑Ansatz, um Inhalte über die eigenen Sender, Joyn und Partnerplattformen bestmöglich auszuspielen und zusätzliche Reichweitenpotenziale zu erschließen. Die Monetarisierung wird durch digitale und datenbasierte Werbelösungen sowie vielfältige Vermarktungsmodelle breiter aufgestellt. Darüber hinaus setzt ProSiebenSat.1 verstärkt auf technologische Innovationen, um Produktangebote und Abläufe weiter zu verbessern. Zudem konzentriert sich ProSiebenSat.1 auf operative Fokussierung und die Wertoptimierung des Portfolios. Der Konzern setzt die Maßnahmen zur Kosten- und Cash-Disziplin konsequent fort, um seine finanzielle Basis zu sichern und gezielt in Inhalte, Reichweite und Technologie investieren zu können.
Marco Giordani, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media SE: "Wir entwickeln ProSiebenSat.1 konsequent von einer diversifizierten Gruppe zu einem fokussierten und reichweitenstarken Entertainment-Haus im DACH-Raum. Dazu stellen wir die entscheidenden Weichen und richten uns klar auf die Zukunft aus: mit attraktiven lokalen und Live-Inhalten, einem stringenten Multi-Plattform-Strategie, einer breiteren Monetarisierung und einem noch systematischeren Cashflow-Management. Zugleich investieren wir gezielt in Wachstumsfelder wie Technologie und Künstliche Intelligenz, um unsere Organisation weiter zu stärken."
Finanzielle Entwicklung 2025
Der Konzernumsatz belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 3.675 Mio Euro und lag damit um 6 Prozent bzw. 242 Mio Euro unter dem Vorjahreswert. Organisch – also bereinigt um Währungseffekte und Portfolioveränderungen – ging der Umsatz um 2 Prozent zurück. Dies spiegelt wie erwartet das herausfordernde makroökonomische Umfeld wider. Besonders deutlich zeigt sich das im konjunktursensitiven Werbemarkt in Deutschland – mit entsprechenden Auswirkungen auf das Segment Entertainment. Zudem belastete die Entkonsolidierung von Verivox die Umsatzentwicklung. Verivox wurde zum Ende des ersten Quartals 2025 entkonsolidiert und trug im Geschäftsjahr 2024 noch 185 Mio Euro zum Konzernumsatz bei.
Der Außenumsatz des Segments Entertainment lag im Geschäftsjahr 2025 bei 2.383 Mio Euro und damit um 6 Prozent unter dem Vorjahreswert (Vorjahr: 2.537 Mio Euro). Dies reflektiert den branchenweiten Rückgang der Investitionen in TV-Werbung. Insgesamt sanken die Werbeumsätze des Segments Entertainment in der DACH-Region um 8 Prozent. Während die TV-Werbeerlöse unter Vorjahr lagen, entwickelten sich die digitalen & smarten Werbeumsätze in der DACH-Region stabil. Dabei hat das dynamische Wachstum der Streaming-Plattform Joyn sowie im Bereich Audio den Rückgang bei anderen digitalen Vermarktungsangeboten ausgeglichen. Joyn erzielte bei den AVoD-Umsätzen (Advertising-Video-on-Demand) ein Plus von 36 Prozent; die in den sonstigen Umsatzerlösen ausgewiesenen SVoD-Umsätze (Subscription-Video-on-Demand) stiegen um 25 Prozent. Gleichzeitig erhöhte Joyn seine vermarktbare Reichweite deutlich, was den Erfolg der strategischen Ausrichtung auf lokale Inhalte und Live-Formate unterstreicht. Die Distributionserlöse verzeichneten einen Anstieg von 3 Prozent. Über die Distribution erzielt der Konzern Erlöse, die unabhängig von der Entwicklung des TV-Werbemarkts sind. Zugleich trägt auch dieser Bereich dazu bei, die Monetarisierung breit aufzustellen und die Reichweite insgesamt zu stärken.
Das adjusted EBITDA des Konzerns betrug 403 Mio Euro und verzeichnete damit einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent bzw. 154 Mio Euro. Bereinigt um Währungseffekte und Portfolioveränderungen sank das adjusted EBITDA um 23 Prozent bzw. 123 Mio Euro. Das EBITDA belief sich auf 241 Mio Euro (Vorjahr: 512 Mio Euro). Neben der Umsatzentwicklung ist das EBITDA durch deutlich höhere Sondereffekte in Höhe von minus 161 Mio Euro geprägt (Vorjahr: -45 Mio Euro), unter anderem im Kontext der Reorganisation des Konzerns sowie der Entkonsolidierung von Verivox.
Das adjusted net income und damit der um Sondereffekte bereinigte Konzernüberschuss betrug 209 Mio Euro (Vorjahr: 229 Mio Euro). Der bereinigte Konzernüberschuss folgt der Entwicklung des adjusted EBITDA, ist jedoch positiv durch einen latenten Steuerertrag beeinflusst, der sich aufgrund der Verschmelzung der Seven.One Entertainment Group GmbH auf die Joyn GmbH ergab.
Trotz der Ergebnisentwicklung verringerte sich die Netto-Finanzverschuldung deutlich auf 1.343 Mio Euro (31. Dezember 2024: 1.512 Mio Euro), sodass der Verschuldungsgrad mit 3,3x im zum Jahresende 2025 angestrebten Korridor lag. Dies ist das Ergebnis eines zunehmend konsequenten Cashflow-Managements sowie des Mittelzuflusses aus Unternehmensverkäufen.
Um die Transformation des Konzerns weiter voranzutreiben, richtet sich die ProSiebenSat.1 Group seit Januar 2026 in zwei Segmenten neu aus: Entertainment sowie Commerce & Dating. Diese Struktur schärft den Fokus auf das Kerngeschäft Entertainment und reflektiert eine wertoptimierende Portfoliostrategie. ProSiebenSat.1 verfolgt den Ansatz, Inhalte crossmedial anzubieten – sowohl über lineare TV-Kanäle als auch über digitale Plattformen und Distributionspartner. In diesem Kontext passt der Konzern auch sein Steuerungssystem an und berichtet ab dem Geschäftsjahr 2026 die P7S1 total video reach in Deutschland als bedeutsamste nichtfinanzielle Kennzahl. Diese belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf durchschnittlich 61 Millionen Nutzer pro Monat. Zudem steuert ProSiebenSat.1 den Konzern ab dem Geschäftsjahr 2026 auf Basis von Umsatz und EBITDA (bisher adjusted EBITDA). Diese Anpassung erfolgt, da unbereinigte Ergebnisgrößen einen ganzheitlichen Blick auf die Aufwands- und Ertragsstruktur ermöglichen. Für die Finanz- und Liquiditätsplanung kommt die Netto-Finanzverschuldung als bedeutsamster Leistungsindikator zusätzlich zum Verschuldungsgrad neu hinzu.
Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2025
Die ProSiebenSat.1 Group verfolgt das Ziel, ihre Wettbewerbsposition durch Investitionen in das Kerngeschäft Entertainment zu stärken. Ziel ist dabei weiterhin, die Verschuldung des Konzerns konsequent zu reduzieren. Dies spiegelt der Dividendenvorschlag an die kommende Hauptversammlung wider: Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, eine Dividende in Höhe von 0,05 Euro je Aktie an die dividendenberechtigten Inhaber:innen für das Geschäftsjahr 2025 auszuschütten (Vorjahr: 0,05 Euro). Das entspricht einer erwarteten Gesamtzahlung von knapp 12 Mio Euro.
Finanzausblick 2026
Die Konjunkturprognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute für Deutschland fallen verhalten aus. Sowohl die erwartete wirtschaftliche Erholung als auch eine Belebung des privaten Konsums sind mit Unsicherheiten verbunden. Vor diesem Hintergrund – und ohne weitere Portfolioveränderungen – rechnet die ProSiebenSat.1 Group für das Geschäftsjahr 2026 mit einem Konzernumsatz2 leicht unter Vorjahresniveau (2025: 3.675 Mio Euro). Auf organischer Basis – das heißt bereinigt um Währungseffekte und Portfolioveränderungen – rechnet der Konzern mit einem leichten Wachstum. Bereinigt um Währungseffekte und Portfolioveränderungen3 lag der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2025 bei 3.528 Mio Euro.
Der Konzernumsatz hängt insbesondere von der Entwicklung der Umsätze im Segment Entertainment ab. Dabei ist das makroökonomische Umfeld in der DACH-Region volatil, in Deutschland soll die Konjunktur erst im Jahresverlauf an Dynamik gewinnen. Vor diesem Hintergrund und angesichts des erkennbar rückläufigen TV-Werbemarkts im ersten Quartal legt der Konzern seiner Prognose die Annahme zugrunde, dass die Umsatzentwicklung – und hierbei insbesondere das margenstarke TV-Werbegeschäft – im ersten Halbjahr beeinträchtigt ist und sich in der zweiten Jahreshälfte besser entwickeln wird. Auf dieser Grundlage rechnet ProSiebenSat.1 auf Jahressicht damit, dass sich die Umsätze im Segment Entertainment stabil auf Vorjahresniveau entwickeln. Die Umsatzerlöse im Segment Commerce & Dating sollen sich aufgrund der seit dem Beginn des Jahres 2025 verkauften Unternehmen4 leicht rückläufig entwickeln. Dabei geht der Konzern davon aus, dass das Segment auf organischer Basis ein leichtes Wachstum im Geschäftsjahr 2026 aufweisen wird. Unter der Annahme, dass die neue Segmentstruktur bereits im Geschäftsjahr 2025 implementiert worden wäre, läge der Umsatz für das neue Segment Commerce & Dating im Jahr 2025 bei 1.508 Mio Euro, im Segment Entertainment bei 2.167 Mio Euro.5
Beim EBITDA rechnet der Konzern für das Geschäftsjahr 2026 mit einem hohen Anstieg gegenüber dem Vorjahr (2025: 241 Mio Euro), getrieben durch weitere Kostendisziplin und -reduktion. Darüber hinaus ist der Vorjahresvergleichswert geprägt durch ergebnismindernde Sondereffekte.
Der Konzern setzt seinen Fokus auch künftig auf eine schlanke Kostenstruktur und führt sein konsequentes Cash Management fort. Auf dieser Basis erwartet ProSiebenSat.1 zum Jahresende 2026 eine stabile Entwicklung der Netto-Finanzverschuldung im Vergleich zum Jahresende 2025 (31. Dezember 2025: 1.343 Mio Euro). Gleichzeitig verfolgt der Konzern ein aktives Portfoliomanagement – stets mit dem Ziel, den finanziellen Handlungsspielraum für Investitionen in das Kerngeschäft Entertainment zu stärken und den Verschuldungsgrad im Rahmen der definierten Zielgrößen zu steuern. Für den Verschuldungsgrad strebt ProSiebenSat.1 zum Jahresende 2026 eine Bandbreite von 3,0x und 3,5x an (31. Dezember 2025: 3,3x).
Pressekonferenz
Anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 findet am 26. März 2026 um 11:30 Uhr CET eine digitale Pressekonferenz statt. Die Übertragung können Sie live über den folgenden Link verfolgen:
www.prosiebensat1.com/investor-relations/praesentationen-events/bilanz-pressekonferenz2026-livestream
Nach der Pressekonferenz steht Ihnen dort ein Mitschnitt zur Verfügung.
Weitere Kennzahlen erhalten Sie zudem auf unserer Konzernwebsite www.ProSiebenSat1.com. Dort finden Sie auch den Geschäftsbericht für das Jahr 2025 sowie die Präsentation zur Bilanz-Pressekonferenz.
1Ohne weitere Portfolioveränderungen.
2Der US-Dollar ist für die ProSiebenSat.1 Group neben dem Euro die wesentliche Währung. Der Konzern erwartet 2026 einen US-Dollar Anteil am Konzernumsatz von ca. 12 Prozent. Für die Prognose aller beschriebener Kennzahlen legt der Konzern einen US-Dollarkurs im Verhältnis zum Euro von 1,20 US-Dollar im Geschäftsjahr 2026 zugrunde.
3Basierend auf den Umsatzerlösen des Geschäftsjahres 2025 umgerechnet mit den Plankursen des Geschäftsjahres 2026 nach Abzug der Umsatzerlöse der in 2025 entkonsolidierten Gesellschaft Verivox (rund 45 Mio Euro), der in Q1 2026 entkonsolidierten Gesellschaft wetter.com (rund 26 Mio Euro) und der Annahme der Entkonsoldierung der Gesellschaften esome (rund 10 Mio Euro), Kairion (rund 6 Mio Euro), Floyt Mobility (rund 13 Mio Euro) und Camperdays (rund 24 Mio Euro) im Q2 2026.
4Verivox, wetter.com, esome, Kairion, Floyt Mobility und Camperdays.
5Hierbei handelt es sich um nicht testierte Zahlen.